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Die schönsten Fernwanderwege Deutschlands

Deutschland bewundern? Deutschland bewandern!

Man muss kein Wanderprofi sein, um die atemberaubenden Panoramen Deutschlands malerischster Fernwanderwege genießen zu können. Schon einzelne Tagesetappen lohnen sich und bieten den perfekten Einstieg für Wanderneulinge. Entdecken Sie hier sechs beliebte Routen und besondere Etappen inklusive Wegbeschreibungen und wertvoller Tipps.

Man muss kein Wanderprofi sein, um die atemberaubenden Panoramen Deutschlands malerischster Fernwanderwege genießen zu können. Schon einzelne Tagesetappen lohnen sich und bieten den perfekten Einstieg für Wanderneulinge. Entdecken Sie hier sechs beliebte Routen und besondere Etappen inklusive Wegbeschreibungen und wertvoller Tipps.


Hamburg & Niedersachsen

Der Heidschnuckenweg

Steckbrief

Wo: Hamburg (Lüneburger Heide) und Niedersachsen
Start und Endziel: Hamburg-Fischbek und Celle
Gesamte Strecke: 223 km
Etappen: 13
Schwierigkeit: leicht (gut für Anfänger geeignet)

Purpurfarbene Blüten soweit das Auge reicht, feiner Sand unter den Füßen und idyllische kleine Dörfer mit reetgedeckten Häuschen. Der Heidschnuckenweg ist eine Wandersensation, die dank ihrer sanft geschwungenen Ebenen auch für Neulinge gut geeignet ist. Der Weg reicht von Fischbek am Rande Hamburgs in der Nordheide bis hin zur Residenzstadt Celle und durchquert dabei die schönsten Heidelandschaften der Lüneburger Heide. Schafft man es bis zum Zielort Celle, wird man dort mit alten Fachwerkhäusern und einem prunkvollen Herzogschloss belohnt.

Der besondere Reiz am Heidschnuckenweg ist seine landschaftliche Vielfalt: Neben blühender Heide von August bis September führt er auch durch Flussauen, Mischwälder und mit etwas Glück sogar an einer friedlich grasenden Heidschnuckenherde vorbei.

Im Herzen des Naturparks Lüneburger Heide liegt der Wilseder Berg. Mit seinen 169 Metern ist er die höchste Erhebung der norddeutschen Tiefebene. Auf dem „Gipfel“ angekommen, bietet sich ein sagenhafter Ausblick: Heideflächen, mystische Wälder und eine von der Eiszeit geprägte Landschaft mit Findlingen und Feldsteinen. Bei klarer Sicht erspäht man sogar die Silhouette der 40 Kilometer entfernten Stadt Hamburg.
Der Naturpark ist eine autofreie Zone. Ungestört lauschen Wanderer den Geräuschen der Natur und atmen den süßlich würzigen Duft der hier beheimateten Beeren ein.

Der Heidschnuckenweg führt auch durch faszinierende Moorlandschaften. Im Pietzmoor verbirgt sich die geheimnisvolle Tier- und Pflanzenwelt des Hochmoores. Zwischen Wollgras und Sonnentau können aufmerksame Beobachter Kreuzottern, Libellen oder Sumpfohreulen entdecken.

Ein weiteres Highlight ist das malerische Müden an der Örtze. „Die Perle der Heide“ ist ein gut erhaltenes Fachwerkdorf. Mit seinen Pflasterstraßen, urigen Eichen, kleinen Brücken und seiner historischen Wassermühle im Ortskern gehört es zu den romantischsten Urlaubsorten Deutschlands. Erfahrene Wanderer können die gesamte Strecke des Heidschnuckenwegs von 223 Kilometern in zwei Wochen zurücklegen. Aber auch nur wenige oder einzelne Etappen lohnen sich.

Von Buchholz in der Nordheide bis Handeloh

2014 wurde die zweite Etappe des Heidschnuckenwegs durch das Wandermagazin zur schönsten Wandertour Deutschlands gekürt. Mit ihren 15 Kilometern dauert die Strecke drei bis vier Stunden und ist so gut an einem Tag zu schaffen. Los geht es in Buchholz. Vorbei am Bahnhof Suerhop und an den Gleisen der Heidebahn entlang, windet sich der Pfad durch einen lockeren Mischwald. Nach einer kleinen Anhebung geht es eine Sandböschung hinab in das Trockental, auch Höllenschlucht genannt. Trotz des eindrucksvollen Namens sind die steil abfallenden Ränder des schmalen Tals nicht mehr als 10 Meter hoch. Zum Brunsberg, einer 129 Meter hohen Erhebung, ist es nun nicht weit. Wachholderbüsche, Heidelbeersträucher und Jungbirken wachsen vereinzelt aus dem Boden. Auch den Wilseder Berg erblickt man aus der Ferne, der, umringt von blühender Heide, 40 Meter in den Himmel ragt. Sandige Pfade führen bis auf den Pferdekopf, gelegen am nördlichen Rand des Büsenbachtals. Weiter geht es durch einen dichten Nadelwald, bis die ersten Häuserdächer des Zielortes Handeloh zu sehen sind.

Wie ein leuchtender lilafarbener Teppich legt sich die blühende Heide über die sanft gewellte Landschaft. „Ein Meer von Blüten“ könnte nicht zutreffender sein. Unter den Füßen knirscht der Sand und kurz übertönt das Blöken einer Heidschnucke das Gluckern des klaren Büsenbachs.

Wegweiser:
Der Heidschnuckenweg ist entweder namentlich oder mit einem weißen „H“ auf dunklem Untergrund gekennzeichnet.

Touristeninformation:
Lüneburger Heide GmbH
Wallstr. 4
21335 Lüneburg
Tel. 0700 2099 3099

Auftanken:
Büsenbachtal Café und Restaurant „Der Schafstall“
Anreise:
Mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Bahnhof Buchholz i.d. Nordheide

Mit dem Auto: Parklplatz Bahnhof Buchholz, Rathausplatz 1, 21244 Buchholz i.d. Nordheide

Rückfahrt:
Heidebahn Erixx (im Stundentakt zwischen Handeloh/Büsenbachtal und Buchholz)
2 Zustiegsmöglichkeiten:
  • Bahnhof Büsenbachtals
  • Bahnhof Handeloh (Endpunkt)
Gut zu wissen:
Von Juli bis Oktober bietet der kostenlose Heide-Shuttle Erkundungstouren quer durch den Naturpark Lüneburger Heide an.
Tipp

Sachsen-Anhalt & Niedersachsen

Der Harzer Hexenstieg

Steckbrief

Wo: Harz - Sachsen-Anhalt und Niedersachsen
Start und Endziel: Osterode am Harz und Thale
Gesamte Strecke: 97 km
Etappen: 5
Schwierigkeit: mittel

Der Harzer Hexenstieg führt Wanderer durch lichte Mischwälder, dichte Nadelwälder und bunte Bergwiesen. Vorbei an plätschernden Bächen und steilen Klippen windet sich der Weg sogar über den höchsten Berg des Nordens: den sagenumwobenen Brocken. Die landschaftliche Schönheit des Harzes liegt einem so direkt zu Füßen. Dabei hat der Wanderweg durch den „Grand Canyon des Harzes“ von Osterode bis nach Thale nicht nur eine atemberaubende Naturkulisse zu bieten. Eine über tausend Jahre alte Bergbaugeschichte und faszinierende historische Einblicke in die Geologie und Kultur des Harzes sind im Wanderabenteuer mit inbegriffen.

In Osterode geht es auf alten Handelswegen los. Für Anfänger, die sich die Bergerklimmung für die nächste Wandertour aufheben möchten, teilt sich in Torfhaus der Pfad. Auf dem Märchenweg geht es hier weiter durchs Moor, durch den Goldhafer der Bergwiesen bei Sankt Andreasberg und am Silberteich vorbei. Nicht umsonst werden die Bergwiesen auch als „Juwelen der Artenvielfalt“ bezeichnet. Über 100 verschiedene Farn- und Blütenpflanzen sind hier zuhause und bieten Tagfaltern und Schwarzstörchen Zuflucht und Nahrungsraum. Aromatisch duftender Bärwurz, Teufelskralle, Wollgräser, einheimische Orchideen und Sibirische Schwertlilien lassen die Herzen von Naturfreunden höherschlagen.
Die Hauptroute führt über den 1142 Meter hohen legendären Brocken. Nicht nur auf dem Weg nach oben, sondern auch auf der Bergkuppe gibt es neben einer fantastischen Aussicht viel zu entdecken. Als einer der ältesten Hochgebirgspflanzengärten ist der Brockengarten und auch das Brockenmuseum einen Besuch wert. Restaurants und das vom „Brockenwirt“ bewirtschaftete Brockenhotel sorgen für leibliches Wohl. Den Brocken hinab geht es durch die eindrucksvolle Rappbodetalsperre und den Höhlenort Rübeland mit seinen geheimnisvollen Tropfsteinhöhlen, die schon Goethe verzauberten. Abschließend führt der Pfad durch das Bodetal an 250 Meter hohen Granitwänden entlang, vorbei am brodelnden Bodekessel und über die Teufelsbrücke. Insgesamt dauert die Wanderung auf dem wohl märchenhaftesten Fernwanderweg Deutschlands vier Tage. Obwohl die wärmeren Monate im Jahr bevorzugt werden, hat auch eine Winterwanderung ihre besonderen Reize.

Von Altenbrak bis Thale

Mit einer Länge von 13 Kilometern nimmt die fünfte Etappe ungefähr vier Stunden in Anspruch. Der Pfad ist unbefestigt, wird vom Schwierigkeitsgrad her aber als eher leicht eingestuft. Die Strecke von Altenbrak nach Thale ist einer der beeindruckensten Wegabschnitte, da er Wanderer durch den „Grand Canyon des Harzes“ führt. Die imposante Bodetalschlucht beginnt, wenn man von Altenbrak an der Bode entlang durch den Wald nach Treseburg wandert. Immer dem leise plätschernden Fluss auf den Fersen geht es an der Altenbraker Waldbühne vorbei und schon befindet man sich in einem der ältesten Naturschutzgebiete Deutschlands.

Es ist nicht die Anstrengung des Wanderns, sondern die Schönheit des mächtigen Felsentals, das den Wanderern den Atem raubt: Steil schießen Granitwände in den Himmel, während sich die Wurzeln von Eiben, Buchen und Fichten fest an die Felsen klammern. Je weiter man sich nun fortbewegt, desto dichter rücken Talränder zusammen und desto steiler wachsen Felsenwände in die Höhe. Bänke am Wegesrand laden zu kleinen Ruhepausen ein, bevor es über die Teufelsbrücke weitergeht. Ehe der Zielort Thale erreicht ist, sollte man unbedingt einen Abstecher zum Roßtrappen-Felsen oder zum Hexentanzplatz unternehmen, da beide mit einzigartigen Ausblicken belohnen.

Erst ein paar Minuten auf dem Pfad und schon wirkt die Bode wie ein vertrauter, stetig säuselnder Wegbegleiter. Hin und wieder singt ein einheimischer Vogel. Ansonsten herrscht tiefste Stille.

Wegweiser:
Der Harzer Hexenstieg ist namentlich und im Nationalpark Harz auch mit dem Hexenstieg-Logo gekennzeichnet (weiße Hexe in grünem Kreis).

Touristeninformation:
Harzer Tourismusverband e.V.
Marktstraße 45
38640 Goslar
Tel. 05321 3404 0

Auftanken:
Gasthaus Königsruhe in Thale
Anreise:
Mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Bahnhof Blankenburg und Buslinie 263 nach Altenbrak

Mit dem Auto: Großparkplatz Altenbrak am Bielstein

Rückfahrt:
Buslinie 263 ab Bahnhof Thale nach Altenbrak (Haltestelle Weißes Roß) oder mit dem Taxi ab Bahnhof Thale.
Gut zu wissen:
In Thale kann man mit der Seilbahn gemütlich zum Hexentanzplatz fahren, wo sich auch die Walpurgishalle und das Harzer Bergtheater befinden.
Tipp

Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz & Hessen

Der Rheinsteig

Steckbrief

Wo: Siebengebirge, Mittelrhein und Rheingau, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Hessen
Start und Endziel: Bonn und Wiesbaden
Gesamte Strecke: 320 km
Etappen: 23
Schwierigkeit: mittel

Schmale Pfade, atemberaubende Panoramen und majestätische Schlösser: 2006 zum schönsten Fernwanderweg Deutschlands gekürt, lässt der Rheinsteig Wanderer die facettenreiche und einzigartige Natur- und Kulturlandschaft des Rheins hautnah erleben. Auf über 300 Kilometern windet sich der perfekt ausgeschilderte Erlebnispfad durch romantische Tallagen, schattige Wälder und das liebliche Weinland des Rheingaus. Der Weg erfordert streckenweise eine gute Kondition, dabei laden Aussichtsplattformen und urige Gaststätten zu willkommenen Ruhepausen ein.

Los geht es in Bonn. Südöstlich liegt das Siebengebirge, einer der ältesten und kleinsten Naturparks Deutschlands. Der Rheinsteig führt über die schönsten Teile der stillen Mischwälder und Bergtäler. Nachdem man sich an den federnden Schritt auf dem Waldboden gewöhnt hat, geht es weiter Richtung Koblenz und hinein ins Mittelrheintal. Inmitten rauer Felsen und hochgewachsener Bäume befinden sich hier unzählige Burgen, Schlösser und Festungen. Alleine zwischen Koblenz und Bingen sind es 40 an der Zahl, sodass die UNESCO diesen geschichtsträchtigen Raum zum Weltkulturerbe erklärte. Eines dieser Bauwerke ist Schloss Sayn, das von März bis Dezember mit seinem fürstlichen Landschaftsgarten, dem „Garten der Schmetterlinge“, besichtigt werden kann.
Gekrönt wird die Wanderung von der sanft gewellten Hügellandschaft der Weinberge und den zauberhaften Städtchen, durch die sich der Pfad schlängelt. Wanderer genießen sonnige und leuchtend grüne Hänge bei Tag und gesellen sich abends zu Gaumenfreuden in Gasthöfen und Restaurants. Auf dem Rheinsteig kommen also nicht nur Natur- und Geschichtsvernarrte auf ihre Kosten, sondern auch Liebhaber der Weinkultur. In Rüdesheim bietet eine Kabinenseilbahn zum Niederwald-Denkmal sagenhafte Panoramablicke auf die schöne Altstadt und den in der Sonne funkelnden Rhein.

Nach den vielen Schritten des Wanderns ist das Schweben über die Weinberge ein besinnliches und belebendes Erlebnis zugleich. Äußerst ambitionierte Wanderer können die gesamte Strecke in 23 Tagen zurücklegen. Ob nur ein paar Stunden oder 23 Tage, der Rheinsteig überzeugt mit seiner landschaftlichen Vielfalt und Schönheit und ist von April bis Oktober besonders beliebt.

Von Kaub nach St. Goarshausen

Diese ist die längste aller Etappen und wird auch als die „Königsetappe“ bezeichnet. Die Kauber Weinberge hinauf geht es durch das Naturschutzgebiet Dörscheid, wobei sich einzigartige Ausblicke auf die berühmte Zollburg Pfalzgrafenstein erhaschen lassen. Beim Verlassen der Weinberge treffen Wanderer auf das Weingut Hillesheim. Durstige finden dort nicht etwa eine sprudelnde Quelle, sondern einen Weinschrein, der, gefüllt mit kleinen Weinfläschchen und Probiergläschen, eine ganz besondere Stärkung anbietet. Über Eisentritte und mithilfe von Festhalteseilen erreicht man dann einen der schönsten Aussichtspunkte: den Roßsteinfelsen. Hier lässt man den Blick gerne etwas länger schweifen. Auf Waldwegen läuft es sich leichten Fußes bergab ins Urbachtal, bis es wieder bergauf geht. Oben angekommen bieten der Aussichtstempel „Waldschule“, der Dreiburgenblick und Spitznack spektakuläre Blicke auf die gesamte Rheinschleife. Der Bornicher Weinlehrpfad führt anschließend zum Felsen des Mondes und zur weltberühmten Loreley. Sobald sich die Augen satt gesehen haben, führen 410 Stufen zum Rhein hinab und nach St. Goarshausen. Ausblicken belohnen.
Wegweiser:
Der Rheinsteig ist durch ein weißes „flussähnliches“ R auf blauem Hintergrund an Weggabelungen gekennzeichnet.

Touristeninformation:
Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH
Löhrstraße 103-105
56068 Koblenz
Tel. 0261 9152 00

Auftanken:
Café-Restaurant Loreley
Anreise:

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Bahnhof Kaub

Mit dem Auto: Parkplatz an der B 42 Nähe Bahnhof Kaub

Rückfahrt:
Mit der Rheingaulinie ab Bahnhof Kaub
Gut zu wissen:
Im Besucherzentrum Loreley können Wanderer die Schönheit des Rheins durch eine 3D-Filmreise auf eine neue Art erleben.
Tipp

Bayern

Der Goldsteig

Steckbrief

Wo: Oberpfälzer Wald und Bayerischer Wald in Bayern
Start und Endziel: Marktredwitz und Passau
Gesamte Strecke: 660 km
Etappen: 23
Schwierigkeit: leicht bis schwer

Als längster Fernwanderweg Deutschlands addiert der Goldsteig über 600 Kilometer und führt quer durch fünf Nationalparks. Die urwüchsige Natur der zu bewandernden Gebiete eröffnet Pflanzen und Tieren einen völlig ungestörten Entwicklungsraum. Neben Moosen, Farnen und Enzian sind flüchtige Begegnungen mit scheuen Rehen, Luchsen oder Auerhühnern keine Seltenheit. Im Mittelalter waren die „Goldenen Steige“ einst viel bewanderte Salzsäumerpfade, auf denen das weiße Gold von der Donau bis nach Böhmen befördert wurde. Heute haben Wanderer statt Salz Abenteuerlust und Brotstullen im Gepäck, wenn sie durch die einzigartige Waldlandschaft des Bayerischen und Oberpfälzer Waldes streifen. Dabei können sie zwischen zwei Varianten, der Nord- oder Südroute, wählen.

Die etwas anspruchsvollere Nordvariante ist mit ihren 286 Kilometern über 40 Kilometer länger als die Südroute. Letztere ist durch ihr leichtes Auf und Ab gut für Anfänger geeignet. Hartgesottene können beide Strecken zu einer ausgedehnten Rundtour kombinieren. Beide Pfade beginnen in Marktredwitz. Der Steinwald, der zum Hohen Fichtelgebirge gehört, imponiert mit urigen Felsgestalten und gibt einen Vorgeschmack auf die bevorstehenden Waldlandschaften.
Ab Thanstein teilen sich die Wege. Die Nordroute führt nun an der böhmischen Grenze entlang über steile Tausender-Gipfel wie Hohenbogen und Falkenstein. Über die Himmelsleiter geht es hinauf zur sagenhaften Felsformation am Dreisessel. Hier liegt das „Grüne Dach Europas“, die größte zusammenhängende Waldlandschaft zwischen dem Atlantik und dem Ural. Highlight dieser Strecke ist zweifelsohne der Bayerische Wald mit seinen Wiesentälern, Mooren, felsigen Bergkämmen, stillen Seen und wilden Wasserströmen. Immer wieder bieten sich Bilderbuch-Ausblicke und satte Landschaften, bei denen man ins Schwärmen kommt.

Im Dreiländereck weitet sich der Blick bis auf das Donautal und das Mühlviertel. Die Südroute verläuft durch den vorderen Teil des Bayerischen Waldes. Weichen Trittes geht es herrliche Wiesenwege entlang und durch schattige Wälder. Dabei lassen malerische Aussichten auf die Donau und die Alpenkette vom Dachstein bis zur Zugspitze jeden Wanderer innehalten. Die beiden Routen treffen wieder aufeinander, sobald die schöne Dreiflüssestadt Passau erreicht ist.

Von Marktredwitz nach Friedenfels

Dank ihres leichten Schwierigkeitsgrades und einer gemütlichen Einkehrmöglichkeit auf halber Strecke ist diese Etappe bei Wanderneulingen besonders beliebt. Sie ist ein toller Einstieg für alle, die sich langsam an den Goldsteig oder an das Wandern überhaupt heranwagen möchten. Im Auenpark, einst Schauplatz der bayerischen Landesgartenschau, beginnt die Strecke. Auf naturbelassenen Wegen geht es Richtung Waldershof und hinein in die freie Feldflur. In den warmen Monaten liegt ein leichtes Surren in der Luft, die den süßlich-herben Duft von Gräsern in die Weite trägt. Ausladende Wiesenwege werden zu schmalen Pfaden, die durch lichte Waldparzellen des Steinwaldes verlaufen. Hier ist der wellige Boden von unzähligen Wurzeln durchzogen. Diese urigen Wurzelsteige sind ein ganz besonderes Merkmal der ersten Etappe. In Rosenhammer angelangt, ist es zur Marktredwitzer Hütte nicht mehr weit. Das Restaurant bietet neben herzhaften Stärkungen auch einen sagenhaften Panoramablick auf satte Hügel und schmucke Häuserdächer. Anschließend führt ein von Granitfelsen gesäumter Weg zur Burgruine Weißenstein. Das Besteigen einer Aussichtsplattform am Bergfried belohnt mit einer fantastischen Rundumaussicht. Folgt man nun den Markierungen des Goldsteigs, wartet am Sonnenhang des Steinwaldes der idyllische Zielort Friedenfels.
Wegweiser:
Der Rheinsteig ist durch das gelb-weiße Logo (geschlängelter Pfad) am Wegesrand markiert.

Touristeninformation:
Tourismusverband Ostbayern e.V.
Im Gewerbepark D 04
93059 Regensburg
Tel. 0941 5853 90

Auftanken:
Marktredwitzer Haus und Schlossschänke Friedenfels
Anreise:
Mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Bahnhof Marktredwitz

Mit dem Auto: Parkplatz im Auenpark

Rückfahrt:
Mit Bus 6288 von der Schlossbrauerei Friedenfels bis zum Bahnhof Wiesau. Von dort fährt die Oberpfalzbahn zum Bahnhof Marktredwitz.
Gut zu wissen:
Zwischen Frühjahr und Herbst werden im Oberpfälzer Wald und im Bayerischen Wald zahlreiche kulturelle Veranstaltungen wie Festspiele und Freilicht-Theateraufführungen angeboten.
Tipp

Baden-Württemberg & Bayern

Der Albsteig

Steckbrief

Wo: Der Schwäbischen Alb entlang zwischen Neckar und Donau in Baden-Württemberg und Bayern
Start und Endziel: Donauwörth und Tuttlingen
Gesamte Strecke: 350 km
Etappen: 15
Schwierigkeit: mittel bis schwer

Aus gutem Grund würden manche Wanderer den Albsteig als den schönsten Wanderweg Europas bezeichnen. Der „Traumbalkon im Süden“ besticht mit seinen Märchenschlössern, mystischen Tropfsteinhöhlen und grandiosen Panoramen. Auch bekannt als der Nordrandweg führt der größtenteils naturbelassene Pfad am Albtrauf von Donauwörth nach Tuttlingen. Auf 350 Kilometern erleben geübte Wanderer in 20 bis 25 Tagen unvergessliche Glücksmomente. Entlang der Albtraufkante tauchen immer wieder majestätische Felsvorsprünge mit sagenhaften Fernsichten auf: Funkelnde Wasserfälle, blühende Täler und stille Wälder prägen die Landschaft. Während der tiefste Punkt bei 316 Metern liegt, misst das Herzoghorn 1415 Meter. Ein Aufstieg setzt eine relativ gute Kondition und noch besseres Schuhwerk voraus. Wenige Etappen oder Tagestouren lohnen sich aber auch bei diesem Fernwanderweg.

Es geht los in Donauwörth. Auf Feld- und Wiesenwegen lässt man nach dem Durchqueren der Orte Wörnitzstein und Harburg die Natur vollkommen auf sich wirken. Nicht weit ist ein Wildgehege, in dem man mit etwas Glück Rehe und anderes Wild beobachten kann.
Zwischen Aalen und Limes liegt das von der UNESCO ausgezeichnete Biosphärenreservat Schwäbische Alb. Seltene Tiere und Pflanzen wie Eisvögel, Alpenböcke und vom Aussterben bedrohte Orchideenarten können sich hier ungestört entfalten. Die Landschaft ist dank ihrer geologischen und klimatischen Gegebenheiten äußerst abwechslungsreich: Mal wildromantisch, mal sanft gewellt präsentiert sie sich den Wanderern.

Kurz vor der Burgruine Hohenneuffen befinden sich auf der Hochebene der Schwäbischen Alb sogar ehemalige Vulkanschlote, die vor 15 Millionen Jahren ihre Aktivität eingestellt haben. Weiter geht es durch Bad Urach, wo sich der beeindruckende Uracher Wasserfall, gesäumt von leuchtendem Grün, seinen 37 Meter langen Weg in die Tiefe bahnt. Als wäre solch ein Spektakel nicht genug, treffen Wanderer im Anschluss auf das Märchenschloss Lichtenstein und die verwunschene Nebelhöhle kurz vor Genkingen. Bis nach Tuttlingen sind es ab hier noch fünf Etappen, die mit dem Dreifürstentum und weiteren schönen Aussichtspunkten für ein herrliches Wandererlebnis sorgen.

Von Owen nach Bad Urach

Wanderer werden auf diesem Weg mit atemberaubenden Panoramablicken und historischen Highlights belohnt. Los geht es in Owen. Der Pfad führt zunächst durch Streuobstwiesen und windet sich danach hinauf in den Wald. Bis zum Brucker Fels ist es nicht weit. Mit Ankunft auf der Bergkuppe ist bereits der steilste Anstieg dieser Etappe erreicht. Auf 727 Metern Höhe bietet sich ein herrlicher Ausblick über Owen, die Teck und die grüne Ostalb. Nach einer Verschnaufpause geht es auf idyllischen Wanderpfaden weiter zum römischen Torhaus und über Wiesen und Felder den Albtrauf hinauf. Immer wieder werden Gleitschirmflieger gesichtet, die lautlos durch die Lüfte gleiten. Mit jedem Schritt rückt nun das nächste Etappenziel, die gewaltige Burg Hohenneuffen, näher. Diese ist unumstritten Höhepunkt dieser Wanderung. Es ist nicht nur die grandiose Aussicht, sondern auch das magische Ambiente der Burg, die Wanderer ins Staunen versetzt. Nach einer Zeitreise zurück ins Mittelalter und einem Rittermahl im Burggasthof geht es weiter zum Aussichtspunkt „Buckleter Kapf“ und zu den Felsschluchten, auch „Höllenlöcher“ genannt. Der Zielort Urach, ein Kurstädtchen mit Thermalbad und hübschem Fachwerk, bietet zahlreiche gemütliche Einkehrmöglichkeiten, die zum Verweilen einladen.
Wegweiser:
Der Albsteig ist durch ein rotes Dreieck am Wegesrand markiert.

Touristeninformation:
Schwäbische Alb Tourismusverband
Bismarckstraße 21
72574 Bad Urach
Tel. 071 2593 9300

Auftanken:
Kesselhaus in Bad Urbach
Anreise:
Mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Bahnhof Owen

Mit dem Auto: In Bahnhofsnähe in Owen

Rückfahrt:
Mit Bus 100 Richtung Untere Straße, Erkenbrechtsweiler über Oberlenningen mit Bus 179 und mit der Regionalbahn nach Owen (48 Minuten insgesamt).
Gut zu wissen:
Burg Hohenneuffen bietet rund ums Jahr spannende Veranstaltungen wie Rittermahle, Kabarettvorführungen oder Krimidinner an.
Tipp

Bayern, Österreich & Italien

Der Traumpfad

Steckbrief

Wo: Ostalpen - Bayern, Österreich und Italien
Start und Endziel: München und Venedig
Gesamte Strecke: 550 km
Etappen: 28
Schwierigkeit: mittel bis schwer

Der Traumpfad ist einer der vielen Wege, die über die Alpen führen. Doch allein schon sein Name verrät, dass er eine ganz besondere Alpenüberquerung verspricht: Er führt an den landschaftlich schönsten Teilen der Alpen vorbei und ist mit seinen 28 Etappen kürzer als andere Alpenpfade. Schon Goethe geriet ins Schwärmen, als er vor 200 Jahren über teils unbestiegene Gipfel seine Reise nach Italien antrat und niederschrieb. Heutzutage nutzen Wanderer gut ausgeschilderte alpine Wege und übernachten in romantischen Pensionen. Dabei kommt auch das leibliche Wohl nicht zu kurz: Die gastfreundliche bayrische Kultur und der Tiroler Wein haben schon so manche Wandertour um ein paar Tage verlängert.

In München an der Marienkirche angefangen, verläuft die Route nach Venedig zunächst durch das malerische Voralpenland. Flusstäler, Wiesen und sanfte Hügel prägen die Landschaft. Den ersten Alpengipfel hat man bereits mit dem Besteigen der Benediktenwand hinter sich und wird mir einem Panoramablick auf das urwüchsige Karwendelgebirge belohnt. Von dort aus geht es durch Bad Tölz und auf zur ersten Hochgebirgsüberschreitung. Will man einen recht anstrengenden Aufstieg umgehen, kann man mit der Seilbahn gemütlich in die Tuxer Voralpen fahren.
Der höchste Punkt des Traumpfades befindet sich mit fast 3.000 Metern auf der Friesenbergscharte. Trotz der Höhe müssen Wanderer aber keinen Eispickel im Gepäck haben, denn Eisflächen werden auf dieser Wanderung umgangen. In den Zentralalpen angekommen, ist Italien nun nicht weit. Das Pfunderer Tal, das an eine Postkartenlandschaft erinnert, entpuppt sich als reinster Augenschmaus.

Auf dem Rest der Wanderung wird nun ein Teilstück der sagenhaften Dolomiten durchquert. Von kleinen Seen umringt, streckt sich das Gebirgsmassiv Sella wie ein stolzes Monument dem Himmel entgegen. Unberührte Berglandschaften verbergen sich im Nationalpark der südlichen Dolomiten, während die Strände der Adria frische Seeluft in die Lungen bläst. Gleich um die Ecke wartet Venedig mit Abenteuern einer ganz anderen Art.

Von Vorderriß zum Karwendelhaus

Trotz ihrer 24 Kilometer ist die Etappe von Voderriß zum Karwendelhaus eine vergleichsweise leichte Wanderung, deren Ziel mit authentischem Berghütten-Flair und Alpenpanorama lockt. Der Pfad führt zunächst eine Straße entlang, die ins Rißtal und anschließend nach Hinteriß führt. Auf der Eng-Alm wird die Grenze zwischen Deutschland und Österreich passiert. Der Weg geht nun am Johannesbach vorbei, hinauf zum idyllischen kleinen Ahornboden, der Teil eines tirolerisch-bayrischen Naturschutzgebietes ist. Besonders im Frühling schmückt das satte Grün des Bergahorns die Kalkgipfel und sorgt so für beeindruckende Farbkontraste. Von hier aus sieht man auch den höchsten Gipfel im Karwendel, die Birkarspitze, die mit ihren 2749 Metern über das Tal ragt. Schritt für Schritt geht es nun über federnden Waldboden, während der Rißbach seine gewohnten Bahnen fließt und leise rauscht. Zum Karwendelhaus ist es nicht mehr weit. Oben angekommen, sorgen ein herrlicher Ausblick und herzliche Hüttenwirte bei Wanderern für wahre Glücksgefühle. Wer sich nicht noch am selben Tag auf den Rückweg machen will, kann im Karwendelhaus übernachten und am nächsten Morgen den höchsten Berg im Karwendel in nur drei Stunden besteigen.
Wegweiser:
Verschiedene Markierungen für den gesamten Traumpfad und gelbe Wegweiser mit Beschriftungen für die fünfte Etappe.

Touristeninformation:
Tourist-Information Mittenwald
Dammkarstraße 3
82481 Bad Mittenwald
Tel. 08823 2701

Auftanken:
Karwendelhaus
Anreise:
Mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Ab Bahnhof Bad Tölz oder Bahnhof Lenggries und von dort aus mit dem Bergsteigerbus 9569 nach Vorderriß.

Mit dem Auto: Parkplatz am „Gasthof Post“ in Vorderriß

Rückfahrt:
Ab Alpengasthof Eng vom Ahornboden mit dem Bergsteigerbus 9569 zurück nach Vorderriß oder Bad Tölz.
Gut zu wissen:
Ein versteckter Weg aus dem Rißtal führt über die Krinner-Kofler Hütte und die Bärnalpl-Scharte.
Tipp

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