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Edelste Materialien, sehr aufwendige Verarbeitung und exzentrische Muster: die Mode von Horror Vacui. © Kathrin Makowski

Edelste Materialien, sehr aufwendige Verarbeitung und exzentrische Muster: die Mode von Horror Vacui. © Kathrin Makowski

Edelste Materialien, sehr aufwendige Verarbeitung und exzentrische Muster: die Mode von Horror Vacui. © Kathrin Makowski

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dialog der stilepochen

Sie kennt sich nicht nur in Rechtsfragen aus, sie hat auch ein exzellentes Gespür für Design, Farben und Details. „Während meines Jurastudiums in Mailand, merkte ich eines Tages, dass meine wahre Leidenschaft dem Design gehört“, erzählt Anna Heinrichs. Da der richtige Zeitpunkt (noch) nicht gekommen war und ihr darüber hinaus der Mut fehlte, beendete Anna Heinrichs ihr Studium, und fing anschließend in einer Kanzlei an zu arbeiten.

Die erfolglose Suche nach dem perfekten Pyjama, war es schlussendlich, die alles ins Rollen brachte. Inspiriert von Nachtwäsche aus dem 15. und 16. Jahrhundert, tüftelte Anna Heinrichs so lange an verschiedenen Entwürfen herum, bis der „Wunsch-Pyjama“ mit Reverskragen, paspelierten Knopflöchern, beidseitig stoffbezogenen Knöpfen und mit Boutonnière-Loops vollendet war. Hergestellt aus exzentrisch bedruckter Seide, von ihrem Lieblingsstoff-Produzenten Liberty London.

„Meine Freunde, deren Mütter und die Freundinnen der Mütter, waren sofort begeistert und wollten auch so einen eleganten Pyjama haben“, erinnert sich die 33-jährige Designerin. Zur gleichen Zeit fand ihre Mutter, die ebenfalls in der Modebranche tätig ist, eine kleine Produktionsstätte in der Ukraine. Fasziniert von der Handwerkskunst der Näherinnen, entschied sich die Münchnerin nun endgültig, auf ihr Bauchgefühl zu hören, und ein eigenes Label zu gründen.

Die Umfunktionierung von Nightwear in Daywear, eröffnet ein Spiel mit Konventionen und definiert Eleganz und Casualness in einem neuen Kontext.

Der Labelname? Dieser ist so ungewöhnlich wie ihre expressiven Kreationen: Horror Vacui. Der Begriff stammt aus dem Lateinischen und steht für die Abneigung in der Natur, Leere anzunehmen. Später in der Kunstgeschichte etablierte sich der Begriff wiederum, um eine opulente Ästhetik zu beschreiben. Anna Heinrichs formuliert es so: „Der Name spiegelt die ästhetische Herangehensweise der Kollektion wider, welche einen nüchternen weißen Pyjama durch eine Fülle an raffinierten Details und die Verwendung von Prints zum Charakterstück macht“.

Seit 2013 hat sich beim Münchner Label Horror Vacui viel getan: Neben den luxuriösen, allover bedruckten Frauen- und Männer-Pyjamas und Nachthemden – aus Seide oder ultraleichter ägyptischer Baumwolle – gibt es mittlerweile auch wunderschöne, bunte und aufwendig produzierte Blusen und Kleider.

Diese sind, wie sollte es anders sein, ebenfalls in Anlehnung an historische Nachthemden entstanden und haben viele handgearbeitete und besondere Details, wie z. B. Muschelsäume, die nicht durch Laserschnitt und Sprühkleber, sondern in traditioneller Handarbeit zugeschnitten und verstürzt werden. Oder echte Smockings-Details, die nicht mit elastischem Garn maschinell, sondern von Hand Naht für Naht genäht werden.

Worüber sich Anna Heinrichs derzeit am meisten freut? Plötzlich sieht man seine Kleider auf dem roten Teppich und denkt sich nur: ,Wow!‘. „Toll finde ich auch, dass es für Horror Vacui zwei verschiedene Arten von Kunden gibt. Einmal die, die die Pyjamas auch wirklich zum Schlafen tragen und zum anderen gibt es diejenigen, die die Pyjamas wie Mode tagsüber tragen“, erzählt die Designerin.

Luxusmaterialien, wie Seide und ägyptische Baumwolle von Liberty London

Der Fokus liegt auf handgearbeiteten, besonderen Details

Inspiriert von Nachtgewändern aus dem 15. und 16. Jahrhundert

Preise: 225 bis 770 Euro