Seit Kindertagen befreundet: Sharon Krief (li.) und Barbara Boccara, © ba&sh

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Sharon Krief und Barbara Boccara sind langjährige Schulfreundinnen. Doch nicht nur das hat die beiden Französinnen zusammengeschweißt. Sie hatten auch schon immer ein großes Faible für Mode und Reisen. „Die Idee, dass wir eines Tages etwas gemeinsam machen wollten, stand von Anfang an im Raum. Wir dachten zuerst daran, einen Tearoom zu eröffnen“, erzählt Sharon Krief. Doch 2003 als ein Bekannter, der mehrere Textilfabriken besaß, sie fragte, ob sie Lust hätten, eine Kollektion zu entwerfen, wagten Sie es, ein eigenes Modelabel zu gründen.

Foto: Aus der neuen Capsule Collection „Sport is the new chic“, © ba&sh

Wie haben Sie sich kennengelernt?

Sharon Krief: Durch einen gemeinsamen Freund. Eines Tages hat mich dieser Freund gefragt, ob Barbara bei mir übernachten könnte.

Barbara Boccara: Wir hatten zu der Zeit Abschlussprüfungen am Gymnasium und ich habe ziemlich weit von der Schule entfernt gewohnt. Seitdem sind wir unzertrennlich: Business, Ferien, Hochzeiten, Kinder, Scheidung – wir haben alles zusammen erlebt.

Gibt es etwas, das typisch Barbara oder typisch Sharon ist?

Sharon Krief: Barbara verkörpert für mich den romantischen Bohemian-Look.

Barbara Boccara: Und du bist immer sehr feminin gekleidet und trägst öfter Röcke als ich.

Was kann der jeweils andere besser? Welches Talent des anderen hätten Sie gerne?

Barbara Boccara: Sharon weiß, wie man singt. Das ist eine Fähigkeit, die ich leider nicht habe.

Sharon Krief: Dafür bist du eine tolle Tänzerin.

Über was sind Sie sich ab und an uneins?

Barbara Boccara: Über die Wahl der Restaurants.

Sharon Krief: Ich bin mehr für die japanische Küche und Barbara liebt besonders italienisches Essen.

Ihr 2003 gegründetes Label Ba&sh feiert nächstes Jahr sein 15-jähriges Bestehen. Wie lautet Ihr Erfolgsrezept?

Barbara Boccara: Unsere Stärke ist, dass wir keine klassischen Stylisten sind. Sharon ist studierte Juristin und ich habe lange in der Mode-PR gearbeitet. Bevor wir mit Ba&sh an den Start gingen, haben wir uns gefragt, ob und was auf dem Markt noch fehlte. Unser Resultat: Es gab zahlreiche teure wie billige Marken, aber irgendetwas dazwischen nicht. Und so entschieden wir uns, ein Label zu gründen, das cool und feminin ist, Wert auf gute Qualität legt und seine Produkte zu einem fairen Preis vertreibt.

Sharon Krief: Ein weiterer Gesichtspunkt: Trends spielen bei uns eher eine Nebenrolle. Beim Designen versetzen wir uns in unsere Kundinnen hinein. Dazu beobachten wir die Frauen auf der Straße und fragen uns, was wir selbst gerne tragen würden. Es geht uns darum, eine ideale Garderobe für Frauen zu erschaffen, die tagsüber wie abends funktioniert.

Wie sind Ihre Rollen im Daily Business aufgeteilt?

Sharon Krief: Keiner von uns hat eine vordefinierte Rolle. Wir treffen alle Entscheidungen zusammen und finden dabei immer einen gemeinsamen Nenner. Jede von uns hat zudem unterschiedliche Fähigkeiten. Ich kümmere mich eher um die Verträge und den Verkauf und Barbara eher um die Produktionskontrolle.

Barbara Boccara: Wir ergänzen uns gut und vertrauen einander, bzw. man lernt zu vertrauen, wenn eine von uns nicht von einem Stück überzeugt ist.

Wie wichtig ist Ihnen die Meinung des anderen?

Unisono: Ihre Meinung ist mir am wichtigsten.

In unserer Freundschaft heißt es no Limit in allem: Vertrauen, Teilen, Offenheit, Komplimente…

Oft sind Freundschaften stärker als Liebesbeziehungen, weil man weniger Ansprüche und Konflikte hat. Was denken Sie darüber?

Sharon Krief: Freundschaften und Liebesbeziehungen sind für mich zwei unterschiedliche Dinge. Das kann man nicht miteinander vergleichen.

Wie wichtig ist Distanz für eine Freundschaft?

Barbara Boccara: Distanz ist für uns ein Fremdwort. Das kennen wir nicht. Unsere Entfernung ist Null Zentimeter. Das fängt im Büro an – unsere Zimmer liegen nebeneinander – aber auch abends nach der Arbeit bzw. an den Wochenenden trennen sich unsere Wege selten. Wir haben einen gemeinsamen Freundeskreis und verbringen somit auch unsere Freizeit zusammen. Wir gehen z. B. mit unseren Ehemännern und Kindern essen oder fahren gemeinsam in Urlaub.

Sharon Krief: Am liebsten nach Ibiza. Generell gesagt, denke ich aber, dass wahre Freundschaft Distanz auch aushalten kann.

Echte Freunde zu finden, ist wie einen Diamanten zu finden. Was schätzen Sie an Freundschaften besonders?

Sharon Krief: Da kann ich für uns beide sprechen: Wir lieben es, dass es keinerlei Barrieren gibt. Oder anders gesagt: „No Limit“ in allem: Vertrauen, Teilen, Offenheit, Komplimente…

Barbara Boccara: Das stimmt. Für mich ist unsere Freundschaft wertvoller als ein Diamant.

Freunde sind auch ein Korrektiv. Kritisieren Sie sich gegenseitig?

Unisono: Niemals! Wir finden uns beide ziemlich perfekt.

Was wünschen Sie sich gegenseitig für die Zukunft?

Unisono: Dass unsere wundervolle Freundschaft unser ganzes Leben lang anhält.