herbstkampagne

Moments of Light
by Michel Comte

Was macht uns glücklich in der dunklen Jahreszeit, egal, ob wir fünf oder fünfzig sind? Bunte Lichter! Sie strahlen Festlichkeit aus und stimulieren die ursprünglichsten Instinkte: Wo Licht erglüht, da erwarten uns Wärme und Leben. Wie die Jäger und Sammler vor 10.000 Jahren orientieren wir uns noch heute am Feuer in der Nacht.

Um auch den kurzen Tagen Flügel zu verleihen, wird sich Breuninger im Herbst in eine kosmopolitische Lichtoase verwandeln. Dafür hat Michel Comte das pulsierende Neonlicht großer Weltstädte eingefangen. Seine „Moments of Light“ werden unsere Stores von innen und außen verzaubern.

In den „Moments of Light“ wird die Wirklichkeit zur reinen Stimmung, heiter, unaufdringlich, verheißungsvoll. Zu sehen sind weich konturierte Farblampions, ein Lichterlabyrinth, so wie es uns erscheint, wenn wir weinen, Tränen lachen oder träumen. Es erinnert uns daran, dass die Augen selbst schon optische Instrumente sind: „Ich probiere mit ihnen oft Einstellungen aus“, verrät der Fotograf, „fokussiere und lasse die Dinge dann verschwimmen. Das ist wie ein Kaleidoskop.“ Die Persönlichkeit einer Stadt verbirgt sich in Details, die man spürt, aber kaum benennen kann. Ihr Umgang mit Neon vermittelt uns eine Ahnung von ästhetischen Vorlieben und Mentalitäten. „Es gibt etwas Unverwechselbares an der Nacht von Hongkong“ sagt Michel Comte: „Ich habe das Shooting in Peking zu machen versucht, aber es war nicht dasselbe. Manche Städte haben eine nächtliche Magie. Das gilt auch für Singapur, Paris und New York.“

Wir haben ein tiefes Vertrauen in den zivilisatorischen Charakter des Lichts. Es ordnet die Welt und setzt die Gegenstände in ein Verhältnis. Doch Zivilisation ist nicht nur Rationalität und Übersicht. Sie verdankt sich auch der Kultivierung unserer Sinne. Nicht zuletzt die Kunst hat uns ihre Abgründe und Höhenflüge bewusst gemacht. Gerade wenn es ums Licht geht, haben wir seine geheimnisvolle Wirkung auf unsere Psyche erst spät zu schätzen gelernt. Die Impressionisten erneuerten die Welt, indem sie uns die Dinge ohne Rücksicht auf ihre Konturen zeigten, so wie sie ineinanderfließend im Sonnenglanz erscheinen.

Diese fast spirituelle Seite des sinnlichen Erlebens spielt in modernen Kunststätten oft nur noch eine untergeordnete Rolle. Für die japanische Kunstinsel Naoshima hingegen ist sie zentral. Im dortigen Chichu Art Museum hat der Architekt Tadao Ando Wunder der Lichtregie vollbracht. Die ständige Ausstellung vereint die größten Lichtkünstler des 20. Jahrhunderts: die Seerosen-Gemälde Claude Monets, aber auch die Farbräume James Turrells und meditative Arbeiten des Land-Art-Künstlers Walter De Maria. Michel Comte besucht Naoshima mehrmals im Jahr. „Für mich ist das Chichu Art Museum so etwas wie ein Schrein, meine Kathedrale.“