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James Turrell, Wedgework, 2016. Installation ©James Turrell, Foto: Florian Holzherr

James Turrell Ganzfeld Apani 2018 ©James Turrell, Foto: Florian Holzherr

James Turrell DASUBE Dual Shallow Space, Museum Frieder Burda Baden-Baden 2018 ©James Turrell, Foto: Florian Holzherr

James Turrell Ganzfeld Apani Entrance Space, Museum Frieder Burda Baden-Baden 2018 ©James Turrell, Foto: Florian Holzherr

James Turrell Ganzfeld Apani Entrance Space, Museum Frieder Burda Baden-Baden 2018 ©James Turrell, Foto: Florian Holzherr

James Turrell Ganzfeld Apani, Museum Frieder Burda Baden-Baden 2018 ©James Turrell, Foto: Florian Holzherr

James Turrell Accretion Disk, Museum Frieder Burda Baden-Baden 2018 ©James Turrell, Foto: Florian Holzherr

insights

licht und raum

Sein Arbeitsmaterial ist das Licht. Mal ist es künstlich, mal natürlich, aber immer ist es: der flüchtigste, vergänglichste Stoff von allen. Und dann ist da noch die Architektur um das Licht herum, die für den US-amerikanischen Künstler James Turrell eine ebenso große Rolle spielt.

Zu James Turrells bekanntesten Werken gehören die sogenannten Skyspaces: einfache, archaisch wirkende Gebäude in den geometrischen Grundformen – als Quader oder Zylinder – und oft gerade mal so groß, dass ein oder zwei Besucher darin Platz finden. Was sie dann im Inneren dieser Räume zu sehen bekommen, ist allerdings spektakulär. James Turrells Skyspaces sind Bauten ohne Dach.

Und so schaut man dort auf das größte Kunstwerk, das wir Menschen uns denken können: den Himmel über uns. Die Architektur bildet dabei buchstäblich den Rahmen, in etwa wie bei einem Gemälde. Diese Form des künstlerischen Ausdrucks hat Turrell seit den 1970er-Jahren zu einem der profiliertesten Vertreter der Land Art gemacht. Deren Prinzip ist, in die Natur zu gehen und das, was man dort vorfindet, neu zu ordnen.

Lichträume werden zu magischen Erlebnissen: Das farbige, sich verändernde Licht lässt den Raum unendlich erscheinen.

James Turrell Unseen Blue 2002 Skyspace in Argentinien, 2009 ©James Turrell

Auch die zweite große Werkgruppe, mit der der heute 75 Jahre alte James Turrell zu einem der bedeutendsten Künstler der Gegenwart wurde, besteht aus diesem ganz speziellen Material.

Sie tragen Titel wie „Red Shift“ oder „Stuck Red/Stuck Blue“ und hüllen die Betrachter regelrecht ein in Licht – das Immaterielle wird materiell, erlangt eine fast haptische Qualität.

Turrells Werke waren schon in Museen rund um die Welt zu sehen, auch in Deutschland. 2009/2010 installierte der Künstler im Kunstmuseum Wolfsburg vorübergehend seine bisher größte Lichtinstallation.

In Friedrichshafen ist am Dornier Museum eines seiner Werke permanent zu sehen. Abends, wenn es dunkel wird, beleuchten farbige Lichtquellen Teile der Glasfassade des Gebäudes in wechselnden Farbtönen.

Ein Kritiker der New York Times konstatierte einmal, James Turrells Kunst sei schwer zu beschreiben, sie zu erleben jedoch spektakulär. Besser kann man es nicht formulieren.

Wer noch Zeit hat, sollte sich am besten selbst davon überzeugen, wie seine Kunst wirkt. Aktuell  – bis zum 28. Oktober 2018 – findet im Museum Frieder Burda in Baden-Baden noch die Ausstellung „The Substance of Light – James Turrel“ statt. Die Ausstellung gewährt einen eindrücklichen Einblick in das Schaffen von James Turrell, der wie kaum ein anderer Künstler die Menschen weltweit bewegt und zeigt Arbeiten, die der Künstler speziell für das Museum Frieder Burda entwickelt hat.