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Seiner Verantwortung bewusst sein: Das Berliner Label Zazi Vintage bringt Mode und Ethik zusammen. © Zazi Vintage

Seiner Verantwortung bewusst sein: Das Berliner Label Zazi Vintage bringt Mode und Ethik zusammen. © Zazi Vintage

Seiner Verantwortung bewusst sein: Das Berliner Label Zazi Vintage bringt Mode und Ethik zusammen. © Zazi Vintage

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mode mit botschaft

Hinter dem Berliner Newcomer-Label Zazi Vintage stecken nicht nur coolen Ethno-Styles. Die 23-jährige Designerin Jeanne de Kroon unterstützt damit auch zahlreiche Frauen in Entwicklungsländern. Neugierig geworden? Anlässlich des VOGUE Salons ist die Kollektion vom 21.10. bis 04.11.2017 in unserem Stuttgarter Department-Store auf Zwischenstopp. Kommen Sie gerne vorbei und überzeugen Sie sich selbst.

Dass sie als Juristin oder Mathematikerin nicht glücklich werden würde, spürte Jeanne de Kroon schon während ihres Studiums. Ihre Konsequenz: Sie schmiss alles über den Haufen, ging nach Paris und wurde dort von einem Modelscout entdeckt. Die Freude am Model-Dasein hielt allerdings nicht lange an. „Es war eine schreckliche Zeit. Ich wohnte in einem Model-Apartment in New York mit zwanzig Stockbetten und erlebte was die andere Seite der Mode ist“, erzählt die 23-jährige Niederländerin. „Da ich mich in dieser Zeit nicht mehr wie ich selbst gefühlt habe, entschied ich nach Berlin zu ziehen und Philosophie zu studieren“.

Auf einer Reise nach Nordindien machte es Klick. Jeanne de Kroon bekam erstmals direkte Einblicke in die Arbeitsbedingungen, die in Indien und Nepal in den Textilfabriken herrschen. Sie traf auf Frauen, die in verschlossenen Gebäuden arbeiten, die bei der Arbeit Windeln tragen, weil sie nicht zur Toilette gehen dürfen und sie sah, dass die Babys der Frauen während der Arbeit neben ihnen liegen. Von dem Tag an kaufte sie keine Mode mehr von großen Ketten oder Labels. Sie entschied sich für traditionelle Kleider aus Guatemala, Indien oder Äthiopien.

Jeder verkaufte Mantel sorgt dafür, dass ein indisches Mädchen ein Jahr lang in die Schule gehen kann.

„Diese Kleidungsstücke sind absolut inspirierend, erzählen alle eine eigene Geschichte und ich verbinden mit ihnen Erinnerungen an einen bestimmten Ort oder an eine bestimmte Person“, erzählt die Designerin. Darüber hinaus, da die Modebranche im Moment mit am meisten zum Klimawandel beiträgt, ist sie davon überzeugt, dass und ihre Generation die Verantwortung dafür trägt, neue Rahmenbedingungen für die Mode zu finden“.

Mit sieben Kleidern im Ikat-Design und recht vielen Idealen, gründete Jeanne de Kroon dann 2016 ihr Unternehmen Zazi Vintage. Die aktuelle Herbst-/Winterkollektion nimmt uns mit auf eine Reise in die Weiten Tadschikistans, durch die Traditionen Afghanistans und in die ländlichen Wüsten Indiens. Ihr Name? „Suzani Chapter“. Dahinter verbergen sich handbestickte Mantel-Unikate, die voller Detailreichtum sind.

„Die Schaffelle, die an den Mänteln zu sehen sind, waren übrigens einmal Teppiche“, erklärt de Kroon bei ihrer Präsentation, die Anfang Juli im Rahmen des Vogue Salons im Kronprinzenpalais in Berlin stattfand. Eine weitere Besonderheit: „Die Mäntel sind jeweils nach dem Mädchen benannt, das vom Erlös pro verkauften Mantel unterstützt wird.

Aktuell arbeiten 25 Frauen für ihr Projekt. „Auch eine Schule für 40 Kinder wird gerade gebaut“, so die Designerin. „‚IPHD‘ hilft den Frauen auf der einen Seite wirtschaftlich, in dem es Mikrokredite an sie vergibt und sie mit Unternehmen wie Zazi zusammenbringt. Auf der anderen Seite werden die Frauen dort auch sozial und kulturell weitergebildet. Es werden z. B. Workshops über biologischen Gartenbau organisiert oder man klärt junge Männer über Feminismus auf und versucht langsam aber sicher, das Bewusstsein des Dorfes zu verändern“.

Traditionelle, bestickte Vintage-Stoffe aus Indien, Afghanistan und Tadschikistan

Traumhafte Ethno-Styles und ein visionärer Ansatz

Zusammenarbeit mit dem Institute of Philanthropy and Humanitarian Development