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Polyamid

Reißfest wie Denim, fein wie Seide: Polyamid ist vor allem bekannt, weil seit den 30er Jahren die weltbekannte Nylonstrumpfhose daraus gefertigt wird. Im richtigen Mischverhältnis kann die Kunstfaser aber noch einiges mehr und ist aus Sportmode und Freizeitaktivitäten nicht mehr wegzudenken.

Polyamid - Frau in Sportmode beim Joggen. Polyamid - Frau in Sportmode beim Joggen.

Was ist Polyamid?

Das wohl bekannteste Kleidungsstück aus Polyamid ist die Nylonstrumpfhose. Nylon als Erzeugnis aus Polyamidfasern wurde bereits in den 1930ern entdeckt und im Bereich der Strumpfmode auch der breiten Masse bekannt. Bei der Herstellung der Fasern werden Kunststoffkügelchen geschmolzen und zu unterschiedlich feinen Fäden „gesponnen“.

Polyamid ist zarter als Seide, aber reißfester als Baumwolle, weshalb es für Strümpfe oder andere hauchdünne, aber möglichst stabile Stoffe und Kleidungsstücke eingesetzt wird. Seine Elastizität, die es darüber hinaus höchst formbeständig macht, und seine hydrophobe Grundkonstitution sind weitere kennzeichnende Qualitäten des Materials.

Wetterfest und antibakteriell

Polyamid ist, wie auch Polyester, in seiner Struktur so dicht, dass es in keine Richtung Feuchtigkeit durchlässt. So ist es extrem wetterfest, wind- und wasserdicht, und wird gerne in Outdoorbekleidung verarbeitet. Polyamid ist resistent gegenüber Bakterien und kann kaum Feuchtigkeit aufnehmen, weshalb es nach dem Waschen zwar sehr schnell trocknet, die Feuchtigkeit, die sich darunter ansammelt, aber auch nicht entweichen kann.

Für Sportbekleidung wird Polyamid deshalb veredelt und mit atmungsaktiven Geweben wie Baumwolle oder Lyocell gemischt: Die Widerstandskraft, Leichtigkeit und antibakterielle Konstitution von Polyamid, gepaart mit der optimalen Feuchtigkeitsregulation durch eine Naturfaser, sind eine ideale Basis für funktionelle, robuste und hygienische Sportmode. Mit reduziertem Naturfaser-Anteil wird Polyamid vor allem für Bademode eingesetzt, wo die wasserabweisenden und antiseptischen Eigenschaften zählen.

Ein Nachteil der Kunstfaser Polyamid ist, dass sie sich unter Einfluss von anderen Chemikalien, die beispielsweise in Deodorant oder Parfum enthalten sind, sowie durch intensive Sonneneinstrahlung verfärben kann. Außerdem darf es keiner großen Hitze – etwa in einem Trockner oder durch ein Bügeleisen – ausgesetzt werden, da die Kunststoff-Fasern sonst schmelzen können.

Spezielle Polyamid-Gewebe

Aus der Polyamidfaser werden spezielle synthetische Gewebe gefertigt, die heute aus Wäsche und Funktionsbekleidung, sowie aus dem Equipment zahlreicher Outdoor-Sportarten nicht mehr wegzudenken sind.

Nylon

Aus dem wahrscheinlich wichtigsten Vertreter polyamider Fasern stellt man vor allem Strümpfe und Strumpfwaren, da es so fein und zugleich reißfest ist. Als erste vollkommen synthetische Faser auf dem Markt wird Nylon inzwischen nicht nur für Bekleidung, sondern auch in anderen Bereichen vom Fallschirm bis zur Zahnbürste eingesetzt.

Perlon

Perlon unterscheidet sich nur minimal von Nylon und bildet ebenfalls die Basis von Damen-Feinstrümpfen.

Woll-Mischgewebe

Speziell die Mischung von Polyamid mit Merinowolle kommt für hochqualitative Funktionskleidung in den Bereichen Lauf- und Radsport, Triathlon und Co. zum Einsatz. Die Kombination ergibt ein sehr gutes Feuchtigkeitsmanagement bei wenig Gewicht und unkomplizierter Pflege.

Polyamid Stoff Eigenschaften - Frauenbein mit Strumpfhose

Vor- und Nachteile von Polyamid

Dass Polyamid nicht atmungsaktiv ist, ist auch schon sein größter Nachteil – für Bekleidungsschichten, die undurchlässig und wasserabweisend sein sollen, ist es genau deshalb erste Wahl. Vorsicht ist nur bei Hitze geboten, da sie der Kunstfaser nicht bekommt.

Vorteile:

  • wasserdicht
  • elastisch und formbeständig
  • höchst reißfest
  • sehr fein
  • schnelltrocknend

Nachteile:

  • kann durch andere Chemikalien oder Sonne verfärben
  • in reiner Form nicht atmungsaktiv
Polyamid im Blickpunkt - Zipper Close-up

Pflege-Tipps für Polyamid

  • Waschen Sie Polyamid als Feinwäsche mit maximal 30°.
  • Im Wäschetrockner kann Kleidung aus Polyamid häufig auf Stufe 1 getrocknet werden, beachten Sie aber unbedingt das Etikett, da es hier oft Abweichungen gibt.
  • Polyamid-Textilien sind grundsätzlich bügelfrei, können bei Bedarf aber auf Stufe 1 gebügelt werden. Da es eine kunststoffbasierte Faser ist, sollte sie keiner großen Hitze ausgesetzt werden.
  • Chlore und Chlorbleiche vertragen Polyamid-Gewebe nicht, daher sollten Sie sowohl beim Waschmittel aufpassen (kein Vollwaschmittel verwenden), als auch auf Wäscheweiß-Zugaben oder Färben verzichten.
  • Aufgrund seiner sehr guten, antibakteriellen Eigenschaften ist die Zugabe eines Hygienespülers selten notwendig.