Materialien

Seide

Zwar ist Seide kein Luxusgut mehr, doch nach wie vor eine der kostbarsten Materialien in der Textilbranche. Nicht nur ihr edles Image macht die Seide so erfolgreich: Vor allem ist sie als kühlender und hautsanfter Sommerstoff unübertroffen.

Seide Produktion und Facts: Seidenkokons Seide Produktion und Facts: Seidenkokons

Seide: Wissenswertes rund um den Luxusstoff

Rund 240 Kilogramm Maulbeerblätter verspeist eine Seidenspinnerraupe im Laufe ihres Lebens, um den kostbaren Seidenfaden zu spinnen. Nach der Verpuppung bleibt ihr Kokon auf dem Baum zurück – und kann gepflückt und weiterverarbeitet werden. Nicht weniger als 3000 bis 4000 Meter lang kann ein einzelner Kokonfaden sein, dennoch braucht es zur Gewinnung von Rohseide etwa das Zehnfache ihres Gewichtes an Kokons des Maulbeerspinners. Ihre Herkunft und Verarbeitung erklären, warum Naturseide nach wie vor einer der teuersten Stoffe der Welt ist. Zwar ist Seide kein den Herrschaftshäusern vorbehaltenes Luxusgut mehr, doch eine Kostbarkeit nichtsdestotrotz: Nur etwa 1% der weltweit produzierten Fasern sind Seidenfasern. Indien, China, Thailand, Japan und Brasilien sind heute die größten Exporteure.

Kühlend und feuchtigkeitsregulierend

Seide ist ausgesprochen reißfest und temperaturregulierend. Vor allem ihr kühlender Effekt macht sie zu einem begehrten Material für Blusen, Tops und Kleider in der Sommerzeit. Diese Kühlung entsteht durch die geringe Wärmeleitung des Seidenfadens, welcher die Wärme von außen kaum an die Haut abgibt. Dank winziger Löcher, die auch der Seidenraupe im Inneren ihres Kokons beim „Temperaturausgleich“ helfen, werden zudem Wärme und Feuchtigkeit abtransportiert und der Körper erhält ein gleichmäßiges Mikroklima. Seide nimmt bis zu 30 Prozent ihres Eigengewichtes an Feuchtigkeit auf, trocknet schnell und knittert kaum. Dank ihrer geringen Dichte ist sie leicht und anschmiegsam, trotzdem überrascht ihre Robustheit, die sie der enormen Reißfestigkeit des Seidenfadens verdankt.

Seide als Gemisch und Gewebe

Häufig wird Seide mit anderen Geweben wie Wolle oder Baumwolle gemischt, da reine Seide zu teuer wäre. Besonders Seide-Woll-Gemische eignen sich sehr gut für Menschen mit empfindlicher Haut und vereinen die nützlichsten Eigenschaften beider Materialien, indem sie einerseits wärmen und andererseits glatt und beruhigend auf der Haut liegen.

Damast

Damast bezeichnet eine aus dem arabischen Raum stammende Webtechnik, die durch die wechselnde Sichtbarkeit von Kett- und Schussfäden edel strukturiert erscheint. Da die Fäden dafür unter hoher Spannung stehen und sehr ebenmäßig sein sollten, wird Damast meist aus der feinsten Sorte Seide – wie Haspel- oder Maulbeerseide – gesponnen.

Spitze

Auch Spitze meint eine spezielle Verarbeitung von edlen Fasern wie Seide oder Leinen, bei der die unterschiedlich großen Löcher und Abstände im Gewebe ein Muster erzeugen.

Chiffon

Der durchscheinend-fließende Chiffon, Schmuckstoff vieler eleganter Blusen oder Abendkleider, wird inzwischen immer seltener aus echter Naturseide gewirkt. Da er selten direkt auf der Haut liegt, setzt man hier häufig die alternative Kunstseide ein – es sind aber noch beide Varianten erhältlich.

Seide Eigenschaften und Pflegetipps -Seidenbluse auf Kleiderbügel

Vor- und Nachteile von Seide

Robust, hautfreundlich, temperierend: Die Wunderfaser Seide hat viel zu bieten. Wer den entsprechenden Preis und eine aufwändige Materialpflege in Kauf nimmt, entscheidet sich für die hochwertigste Naturfaser überhaupt.

Vorteile:

  • kühlend und angenehm zu tragen
  • natürlich allergikerfreundlich
  • knitterfrei
  • leicht
  • enorm reißfest
  • schnelltrocknend

Nachteile:

  • aufwändig in der Pflege
Seide als Blusenmaterial - Seidenbluse wird in den Koffer gepackt

Seide richtig waschen und pflegen

  • Seide muss nicht unbedingt in die chemische Reinigung – Sie können Ihre Seidenblusen und Co. in jedem Fall auch von Hand mit einer milden Seife oder einem speziellen Seidenshampoo waschen. Dabei wird die Seide kurz in einem kalten bis maximal lauwarmen Wasserbad eingelegt, angefeuchtet und behutsam bewegt. Anschließend spülen Sie das Kleidungsstück mit kaltem Wasser durch, bis keine Shampooreste mehr abfließen.
  • Um Seide zu trocknen, drücken Sie sie am besten in einem weichen Handtuch aus – niemals auswringen! Im feuchten Zustand ist die Faser umso empfindlicher.
  • Bügeln Sie Seide im noch feuchten Zustand und auf links bei geringer Hitze (Stufe 1). Bei den meisten Blusen ist es auch ausreichend, sie sanft auszustreichen und an der Luft trocknen zu lassen.
  • Beim Transport im Koffer helfen Lagentrenner aus Seidenpapier, damit Shirts und Blusen aus Seide möglichst knitterfrei am Zielort ankommen.