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Viskose

Die aus Holzfasern erzeugte Viskose summiert Vorteile von Baumwolle, Kunstfaser und Seide, ist preisgünstig, allergikerfreundlich und auch ökologisch eine gute Wahl. Setzt sie neue Maßstäbe im Bereich der Mode?

Viskose: Frau in Shirt und Short lachend Viskose: Frau in Shirt und Short lachend

Was ist Viskose?

Viskose ist eine künstlich erzeugte Faser aus dem Naturstoff Holzfaser (Zellulose). In einem chemischen Verfahren wird Zellstoff aus Pflanzenfasern gewonnen, in Lauge behandelt und anschließend zu Endlosfasern gesponnen. Viskose destilliert die positiven Eigenschaften von Baumwolle, Seide und Kunstfaser und erringt dabei ökologisch eine Vorreiterposition. Da sie sich natürlich weich anfühlt, atmungsaktiv ist, aber nicht fusselt oder abreibt wie Wolle, eignet sich Viskose für jede Bekleidungsschicht. Die Faser ist außerdem sehr leicht und dennoch robust und saugfähig – von Heimtextilien bis zu Hitze-freundlicher Sommermode ist sie also vielseitig im Einsatz. Die weltweit größten Viskose-Hersteller befinden sich heute in Österreich und Indien.

Feuchtigkeitsregulierend und allergikerfreundlich

Wie Baumwolle ist auch Viskose atmungsaktiv, allerdings hat sie Baumwolltextilien ihre enorme Saugfähigkeit voraus: Etwa 400% ihres Eigengewichtes kann die Zellulosefaser an Feuchtigkeit aufnehmen und anschließend wieder abgeben. Kein Wunder, dass sie so gerne für sommerliche Freizeitmode, Bettwäsche, aber auch Textilien im Hygienebereich, wie Schwämme oder Putztücher eingesetzt wird. Dank ihrer Saugfähigkeit lässt sich Viskose auch sehr gut färben und die Farbintensität bleibt lange erhalten.

Für Menschen mit empfindlicher Haut, die unter Allergien leiden oder zu Neurodermitis neigen, ist Viskose eine Entscheidung, die Erleichterung bringt. Tierhaarallergiker, die keine Schurwolle vertragen, können bedenkenlos zu der Holzfaser greifen, und da Viskose naturgemäß weniger Staub und Partikel anzieht als Baumwolle, ist sie auch für Hausstaub- und Pollenallergiker gut geeignet.

Neue ökologische Maßstäbe

Zuletzt sprechen die Umstände ihrer Erzeugung mehr und mehr für den Einzug von Viskose in der Bekleidungsindustrie: Die Herstellung ist preiswerter und umweltfreundlicher als die Verarbeitung von Baumwolle, weil weniger Wasser, Dünger und Pflanzenschutzmittel benötigt werden.

Strukturell ist Viskose aufgrund ihres leichten Gewichtes und der seidigen Textur der Fasern weniger steif als Baumwolle und fällt weicher – daher eignet sie sich sehr gut für fließende Schnitte wie Waterfall-Dekolletés oder Empire-Kleider. Sie ist aber auch etwas weniger elastisch und verknittert daher leichter, weshalb Viskose-Textilien idealerweise nur reduziert geschleudert und über einem Bügel luftgetrocknet werden.

Viele Mischgewebe, von Jersey bis Satin, enthalten Viskose-Anteile. Durch die erwähnte preisgünstige und nachhaltige Herstellung wird es auch zunehmend Baumwolltextilien beigemischt. Es gibt aber auch Gewebe, die ausschließlich aus der Zellulosefaser gefertigt werden können und sich deren Vorzüge zunutze machen.

Modal

Modal ist eine Form der Viskose, die ausschließlich aus Buchenholzfasern gewonnen und ein wenig anders gesponnen wird. Speziell in Gegenden mit natürlich gewachsenen und ökologisch bewirtschafteten Buchenwäldern ist Modal eine nachhaltige Wahl. Die Faser ist etwas fester als Mischfaser-Viskose, trocknet schneller und transportiert Feuchtigkeit noch besser ab.

Lyocell / Tencel

Lyocell ist eine besonders umweltfreundliche Zellulosefaser und nachhaltige Alternative zu herkömmlicher Viskose, die vom weltweit größten Hersteller unter dem Namen Tencel vertrieben wird. Auch dabei werden seidenartige Fasern künstlich aus Holz gewonnen, allerdings kommen nur umweltschonende Lösungsmittel zum Einsatz. Lyocell ist saugfähiger als Baumwolle und kühler als Leinen – ein ideales Material für Sommertextilien.

Viskose Vor- und Nachteile: Viskose Bluse aus Kleiderbügel

Vor- und Nachteile von Viskose

Mittels Veredelung oder so genannter Ausrüstung können die positiven Eigenschaften von Baumwolle mit den Qualitäten anderer Fasern verbunden werden. So kann die Baumwollfaser durch unterschiedliche Beimischungen oder Verfahren knitterfreier, farbechter und luxuriöser werden.

Vorteile:

  • sehr saugstark und optimal feuchtigkeitsregulierend
  • atmungsaktiv und kühlend
  • allergikerfreundlich
  • einfach zu färben
  • nachhaltig und umweltschonend

Nachteile:

  • neigt zum Knittern
  • waschempfindlich
  • nicht trocknergeeignet
Viskose Pflege: Weißer Viskose-Stoff

Pflege-Tipps für Viskose

  • Viskose kann im Feinwäsche-Programm und bei verringerter Schleuderdrehzahl mit bis zu 40° in der Maschine gewaschen werden.
  • Verwenden Sie Flüssigwaschmittel und kein Pulver, da letzteres Rückstände in den Fasern hinterlassen und sie optisch abstumpfen kann.
  • Aufgrund der Knitteranfälligkeit und Struktur der Fasern ist Viskose nicht trockner-geeignet. Am besten trocknen Sie Textilien aus Viskose, Modal oder Lyocell auf einem Bügel an der Luft.
  • Casual Blusen aus Viskose müssen häufig gebügelt werden, um wirklich knitter- und fältchenfrei zu sein. Das beste Ergebnis erreichen Sie, wenn Sie die Kleidung noch leicht feucht auf zweiter Stufe bügeln.
  • Bei Handwäsche: Verzichten Sie auf Auswringen der Kleidung! Auch sollten Sie sie nie auf die Heizung legen: Bei hohen Temperaturen kann Viskose schnell einlaufen.
  • Um das Material zu schonen und ihm eine lange Lebensdauer zu ermöglichen, empfiehlt es sich, die Waschtrommel maximal zu 2/3 zu befüllen und Kleidungsstücke mit scheuernden Teilen wie Reißverschlüssen oder Applikationen separat zu waschen.