Gedeckte Leder werden nach dem Gerben und Färben mit einer zusätzlichen Pigmentschicht überzogen, die die Poren überdeckt. Dies sorgt für einen steiferen und kühleren Griff, macht das Leder jedoch sehr robust und unempfindlich gegen Flecken.
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In der Modewelt denken wir bei „Leder“ sofort an Bikerjacken, Boots und edle Taschen. Die besondere Haptik und einzigartigen Eigenschaften des Materials verleihen jedem Look zeitlose Eleganz. In unserem Leder-Ratgeber erfahren Sie, was Leder so besonders macht, welche Key-Pieces Sie besitzen sollten und wie Sie sie richtig pflegen.
Leder hat eine lange Historie und wurde bereits in der Steinzeit verwendet um Bekleidung, Schuhe oder Decken herzustellen. Bis zur heutigen Zeit hat es diesen besonderen Stellenwert nicht verloren und gilt noch immer als eines der beständigsten und strapazierfähigsten Materialien. Von hochwertigen Bezügen für Autositze bis hin zu luxuriösen Handtaschen, lassen sich aus Leder die unterschiedlichsten Produkte fertigen.
Natürliches Material tierischen Ursprungs
Eigenschaften variieren je nach Lederart und Tier
Wärmedämmend
Hohe Reiss- und Dehnfestigkeit
Atmungsaktiv und pflegeintensiv
Farbtonunterschiede möglich
Rau- und Anilinleder empfindlich gegenüber Flecken & Feuchtigkeit
Leder herzustellen ist zeitintensiv und mit einem hohen Aufwand verbunden. Bis aus einer Tierhaut ein fertiges Lederprodukt entstehen kann, sind insgesamt bis zu 55 einzelne Arbeitsschritte nötig. Bevor Rohhäute in einer Gerberei weiterverarbeitet werden können, werden sie beim Lederhändler nach verschiedenen Kriterien sortiert und durch Trocknen, Einfrieren oder Einsalzen zwischenkonserviert. Zur Vorbereitung auf den Gerbprozess werden die Häute anschliessend in mehreren Schritten gesäubert, von Rückständen wie Haaren befreit und gespaltet, wobei das Oberleder in einer einheitlichen Breite vom Rest der Haut abgetrennt wird.
Um Tierhäute haltbar und geschmeidig zu machen, werden sie gegerbt. Die gewählte Gerbtechnik bestimmt entscheidend die Eigenschaften des Leders. Bis ins 20. Jahrhundert dominierte die pflanzliche Gerbung, bevor sie durch die effizientere Chromgerbung ersetzt wurde, mit der Häute innerhalb eines Tages gegerbt werden können. Heute ist sie die gängigste Methode. Daneben gibt es Fett-, Aldehyd- und Alaungerbung. An der Farbe lässt sich die Gerbtechnik erkennen: Chromgegerbtes Leder wirkt grau-bläulich, pflanzlich gegerbtes bräunlich.
Der Prozess des Gerbens wurde anfänglich wohl rein zufällig entdeckt, als Tierhäute über längere Zeit in Wasser mit bestimmten Pflanzenresten lagen. Die im Wasser gelösten Gerbstoffe der Pflanzen wurden durch die Haut aufgenommen und konservierten diese schliesslich.
Der Prozess der Lederherstellung ist nach dem Gerben noch lange nicht abgeschlossen: Nachdem durch das Abwelken übriges Wasser aus dem Leder gepresst wird, werden die Teile von Unebenheiten entfernt, gefettet und beidseitig gefärbt. Zwischen den einzelnen Arbeitsschritten wird das Leder mehrmals sortiert und auf seine Qualität überprüft.
Leder ist nicht gleich Leder – je nach Tierhaut und Verarbeitung unterscheiden sich Optik und Eigenschaften. Grundsätzlich wird zwischen Glatt- und Rauleder unterschieden. Glattleder entsteht aus der Narbseite der Haut und variiert in Färbung und Veredelung. Rauleder (oft als Wildleder bezeichnet) wird angeschliffen und erhält so eine samtige Oberfläche. Typische Varianten sind Nubuk- und Veloursleder.
Gedeckte Leder werden nach dem Gerben und Färben mit einer zusätzlichen Pigmentschicht überzogen, die die Poren überdeckt. Dies sorgt für einen steiferen und kühleren Griff, macht das Leder jedoch sehr robust und unempfindlich gegen Flecken.
Anilinleder sind nach dem Färben dagegen weitestgehend naturbelassen und fühlen sich warm und weich an. Durch die unbehandelte Oberfläche ist das Leder atmungsaktiv, jedoch auch anfällig für Schmutz und Gebrauchsspuren.
Nubukleder entsteht durch das narbseitige Anschleifen von Glattleder. Aufgrund seiner feinen, samtigen Struktur, wird die Lederart gerne für Polstermöbel, Bekleidung und Handtaschen verwendet.
Als Veloursleder wird die abgespaltete Rückseite der Haut bezeichnet. Im Vergleich zu Nubukleder hat Veloursleder eine etwas größere Struktur und eignet sich daher ideal für die Herstellung von Schuhen und Arbeitskleidung.
Veganes Leder steht momentan hoch im Kurs und bietet eine Alternative für diejenigen, die sich für ein tierfreies Produkt entscheiden möchten. Neben dem klassischen Kunstleder aus Polyurethan kommen derzeit immer mehr innovative Materialien auf den Markt, deren Grundsubstanzen natürlichen Ursprungs sind. Lederähnliche Materialien werden heute unter anderem aus Ananasfasern, Kakteen, Pilzwurzeln oder Kork hergestellt und kommen echtem Leder optisch erstaunlich nahe.
Im Gegensatz zu vielen Textilien lässt sich sich Glattleder meist recht schnell und unkompliziert pflegen. In vielen Fällen reicht hierbei schon eine Reinigung mit einem weichen, leicht angefeuchteten Baumwolltuch. Sollten nach der Reinigung immer noch Flecken zurückbleiben, tragen Sie bei gedecktem Leder eine einfache Kernseife auf den Lappen auf, während Sie Aninlinleder mit einem Schwamm und Neutralreiniger (z.B. Sattelseifen) behandeln können.
Rauleder sollten Sie hingegen trocken und vorsichtig mit einer speziellen Bürste mit Gummilamellen reinigen, die das Material von Staub befreit und gleichzeitig leicht aufraut. Hartnäckigen Schmutz reinigen Sie hier mit einem Nubuk Radierer oder einer Bürste mit Messingborsten.
Bevor Sie sich generell dazu entscheiden Ihr Lederprodukt zu reinigen, lohnt es sich davor noch einen kurzen Blick auf die Pflegehinweise des Herstellers zu werfen.
Neben einer schonenden Reinigung sorgt eine regelmässige Lederpflege dafür, dass Ihnen Ihre Schätze aus Leder besonders lange und schön erhalten bleiben. Um Ihr Produkt schon vor dem ersten Gebrauch vor potentiellen Witterungseinflüssen wie Nässe oder Schmutz zu schützen, sollten Sie es gleich doppelt mit einem geeigneten Imprägnierspray einsprühen. Vor allem nach einer Reinigung ist es wichtig das Leder mit den richtigen Produkten geschmeidig zu halten, um es vor dem Austrocknen zu schützen.
Für Glattlederschuhe eignen sich Schuhcreme oder Lederfett, während Taschen und Jacken eher mit Ledermilch oder -balsam behandelt werden sollten. Bei besonders altem und trockenem Leder kann es durchaus Sinn machen ein flüssiges Lederöl zu verwenden. Dies dringt tief in die Fasern ein und verhilft dem Material so wieder zu neuem Glanz.
Rauleder, wie Velours oder Nubuk, benötigen im Gegensatz zu Glattleder keine besondere Pflege. Besonders ein Einfetten oder Einölen dieser Materialien sollten Sie vermeiden, da diese die Oberflächenstruktur verkleben.
Wie auch bei der Reinigung und Pflege von Lederprodukten gibt es auch bei der Aufbewahrung einige Punkte, die es zu beachten gilt. Im besten Fall sollte Leder immer luftig gelagert und nicht gestaucht aufgehängt werden. Feuchte Umgebungen sowie eine Lagerung in Plastiktüten sollten Sie unbedingt vermeiden, da diese zu Schimmel und unangenehmen Gerüchen führen kann.
Kühlglatt oder kuschelig-weich. Die Eigenschaften von Textilien sind so vielfältig wie ihre Namen und Macharten. Lernen Sie die Materialien unserer Mode kennen und erfahren Sie, was Natur- und Kunstfasern auszeichnet.