Auftritt

Business Dinner: Das formelle Geschäftsessen

Ist der Anlass etwas feierlicher, wird der Gastgeber häufig nicht zum Mittagessen, sondern zum Business Dinner laden. Was von der Rang-richtigen Begrüßung über den Aperitif-Genuss bis hin zum eleganten Abgang zu beachten ist, erfahren Sie im Breuninger Insights Leitfaden für Geschäftsessen.

Wenn ein formelles Business Dinner geplant ist, werden meist im Vorfeld schriftliche Einladungen versandt. Mögliche Anlässe für ein gemeinsames Abendessen unter Kollegen sind Firmenfeiern, Jubiläen oder der erfolgreiche Geschäftsjahresabschluss.

Im Folgenden haben wir, unterstützt von Knigge-Expertin und Business Coach Carolin Lüdemann, einen Leitfaden erstellt, der die wichtigsten Grundregeln von der höflichen Begrüßung über die Tisch-Etikette, bis hin zur Verabschiedung vereint.

Die Begrüßung

Gibt es einen Gastgeber oder eine Gastgeberin, wird diese Person zuerst begrüßt. Man beginnt richtig beim Ranghöchsten, also beispielsweise der Abteilungsleiterin, und begrüßt die übrigen Personen, die neben ihr stehen, anschließend der Hierarchie nach absteigend. Wenn man erst auf der Veranstaltung eintrifft, wenn sich schon eine größere Gruppe gebildet hat, darf man hier allerdings eine Ausnahme machen und reihum begrüßen. Sie beginnen wiederum beim Gastgeber und können dann mit der Bemerkung „Ich darf Sie gleich der Reihe nach begrüßen“ Ihre Begrüßungsrunde fortsetzen. Wichtig: Hände werden nicht geschüttelt, sondern nur kurz gedrückt, begleitet von freundlichem Augenkontakt.

Erst, wenn der Gastgeber am Tisch Platz genommen hat, ist das auch eine Aufforderung für die Gäste, sich zu setzen.

Frau und Mann, die sich bei Business Dinner unterhalten Frau und Mann, die sich bei Business Dinner unterhalten Frau und Mann, die sich bei Business Dinner unterhalten

Der Aperitif

Häufig wird vor dem Essen ein Aperitif gereicht. „Einen Aperitif müssen Sie nicht austrinken“, weiß Carolin Lüdemann. „Sie sollten das Glas allerdings auch nicht mit an den Tisch nehmen, wenn sich die Runde zu setzen beginnt, sondern es einfach stehen lassen. Dekoration am Glasrand legen Sie am besten schon vor dem Trinken ab.“

Die Sitzordnung

Erst, wenn der Gastgeber am Tisch Platz genommen hat, ist das auch eine Aufforderung für die Gäste, sich zu setzen. Gibt es keine vorgegebene Sitzordnung, können Sie Ihren Platz frei wählen. Bei Veranstaltungen, zu denen auch Ehepartner geladen wurden, sitzen Paare üblicherweise nebeneinander, die Dame rechts vom Herren.

Die Bestellung

Oft gibt es beim Business Dinner ein vorbestelltes Menü mit mehreren Gängen. Hier dürfen Sie jederzeit Gänge auslassen oder Beilagenplatten weiterreichen, ohne zuzugreifen. Wichtig ist immer, höflich und diskret zu agieren, auch wenn etwas nicht Ihren Geschmack trifft. Wird à la Carte serviert, entscheiden Sie sich – ähnlich wie beim Business Lunch – für ein Gericht mittlerer Preisklasse und mit möglichst wenig „Gefahrenpotenzial“ in Gestalt kleckernder Saucen oder besonderer Filetier-Skills.

Spezialfall Buffet

Bei einem Buffet warten Sie einfach auch auf die offizielle „Eröffnung“: Wenn also der Gastgeber oder die ersten, hierarchisch höher gestellten Gäste eine Schlange bilden, können Sie beginnen, sich einzureihen. Oberstes Gebot am Buffet: Nicht drängeln und nicht gierig erscheinen. Auch, wenn der Appetit schon groß ist, sollten Vor- und Hauptspeisen nicht gemeinsam am Teller landen. Besser, als den Teller zu voll zu laden, ist es, öfter zu gehen. Auch Suppen und Salate sollten Sie separat mit an den Tisch nehmen. Das „Vorkosten“ am Buffet ist streng untersagt!

Gut gekleidet zum Business Dinner mit unseren Business Basics:

Die Getränkewahl

Wenn der Gastgeber Alkohol bestellt oder serviert, können Sie hier nach eigenem Ermessen ebenfalls welchen bestellen – besser als ein großes Bier wirkt jedenfalls ein Glas Wein. Viele Regeln, was wozu passt, gelten inzwischen als überholt, dennoch sind Weißwein zu Fisch und Rotwein zu Rind- oder Schweinefleisch eine sichere Wahl. Welcher Wein darüber hinaus mit welchen Gerichten harmoniert, erfahren Sie in unserer Insights Weinkunde. Natürlich können Sie auch den Kellner nach einer Empfehlung fragen.

Achtung: Den ersten Schluck nimmt der Gastgeber, erst dann trinken auch die Gäste.

Der Smalltalk

Nicht nur auf die richtigen Tischmanieren, sondern auch auf gekonnte Unterhaltung kommt es beim Business Dinner an. Selbst wenn Sie sich auf den eleganten Umgang mit Messer und Gabel konzentrieren, sollten Sie sich inhaltlich ihren Tischnachbarn zuwenden. Ein naheliegendes Smalltalk-Thema ist natürlich das Essen – hier aber bitte positiv bleiben und auf keinen Fall die Qualität der aufgetischten Speisen kritisieren. Die Anfahrt, anstehende oder vergangene Urlaube sowie gesellschaftliche Großereignisse sind ebenfalls geeignete Themen für die Unterhaltung zu Tisch, umschiffen sollten Sie Politik und Kontroverses.

Kleiner
Tipp

Handys werden vor dem Essen natürlich lautlos geschaltet und auf keinen Fall auf den Tisch gelegt. Wenn man einen wirklich dringenden Anruf erwartet, kann man dies dem Gastgeber vorher mitteilen, oder das Handy beim Servicepersonal abgeben und darum bitten, im Fall informiert zu werden.

Das Gedeck

Welches Glas zuerst, wohin mit der Serviette? Basics wie diese sind Hinweise darauf, wie kultiviert und geübt ein Gast ist, und sollten in ihrer Wirkung nicht unterschätzt werden.

Beim Besteck beginnen Sie von außen nach innen: Zunächst also das Vorspeisenbesteck – meist ein Messer für Brot und Butter – dann eventuell ein Löffel, anschließend ein bis zwei Garnituren Messer und Gabel für die Hauptgänge. Das Dessertbesteck liegt über dem Teller. Die Position des Besteckes signalisiert dem Servicepersonal, ob Sie noch essen oder ob Ihr Teller abgeräumt werden kann. Die „20-nach-8“-Stellung (Gabel auf 8 Uhr, Messer auf 4 Uhr) sagt aus, dass Sie pausieren. Mit der „20-nach-4“-Stellung (Messer und Gabel liegen parallel auf 4 Uhr) deuten Sie: Ich bin fertig.

Benutztes Besteck darf übrigens nicht mehr die Tischdecke berühren. Und wenn Besteck hinunterfällt, verzichten Sie auf umständliches Suchen unter dem Tisch und bitten Sie den Kellner, Ihnen ein Neues zu bringen.

Auch die Gläser folgen einer eigenen Choreografie. Ganz zur Rechten steht üblicherweise das Wasserglas, links davon folgen erst Weißweinglas und dann Rotweinglas. In seltenen Fällen finden Sie noch ein Glas für Dessertwein, dieses wird aber häufig erst bei der Bestellung eines Dessertweines gereicht. Alle Weingläser werden am Stiel gehoben.

Die Serviette, meist kunstvoll auf der Mitte des Platztellers drapiert, wird vor der Bestellung oder (bei vorbestellten Menüs) mit Servieren des ersten Ganges aufgehoben und in den Schoß gelegt. Dort bleibt sie auch, bis Sie fertig gegessen haben – dann legen Sie sie locker zusammengefaltet links neben den Teller.

Beim Anstoßen oder Zuprosten ist es, vor allem in größerer Runde, nicht mehr üblich, die Gläser aneinanderzustoßen.

Eine Frau und ein Mann stoßen mit ihren Weingläsern an Eine Frau und ein Mann stoßen mit ihren Weingläsern an Eine Frau und ein Mann stoßen mit ihren Weingläsern an

Die Tischregeln

Brot und Butter oder Aufstriche sind eine häufig gereichte Vorspeise. Dabei ist wichtig, dass das Brot happenweise gebrochen und immer nur der nächste Bissen (nicht die gesamte Scheibe!) bestrichen wird. Als Rechtshänderin halten Sie das Brot also durchwegs in der linken Hand und essen auch damit. Nach der Vorspeise bleibt das Buttermesser auf dem Teller und wird abserviert.

Suppen folgen besonderen Regeln, je nachdem, welche Suppe es ist und wie sie serviert wird. Suppenteller werden nicht gekippt, um restliche Suppe auszulöffeln, bei Suppentassen hingegen ist nicht nur das erlaubt, sondern auch das Austrinken der Brühe. Das gilt allerdings nur für klare Suppen wie Rind- oder Gemüsesuppe – dicke Cremesuppen werden ausschließlich gelöffelt. Wenn Sie fertig gegessen haben, bleibt der Suppenlöffel nie in der Tasse, sondern wird auf der Untertasse abgelegt.

Beim Anstoßen oder Zuprosten ist es, vor allem in größerer Runde, nicht mehr üblich, die Gläser aneinanderzustoßen. Mit einem leichten Glasheben und Zunicken wählen Sie auf jeden Fall den elegantesten Weg. Achtung: Auch hier gibt der Gastgeber das Signal.

Nach dem Essen

Sie merken, dass Sie etwas zwischen den Zähnen haben oder möchten Ihren Lippenstift auffrischen? Beides sollten Sie ausschließlich auf dem WC tun. Dasselbe gilt für Händewaschen, einen raschen Spiegelcheck oder ein Straffen der Frisur. Sobald alle fertiggegessen haben und die Teller abgeräumt wurden, können Sie sich entschuldigen.

Kaffee und Digestifs werden ebenfalls erst bestellt, wenn sich keine Teller mehr auf dem Tisch befinden. Im Zweifelsfall warten Sie lieber auf eine Sammelbestellung.

Die Rechnung

Beim Business Dinner trägt üblicherweise der Gastgeber die Rechnung und vereinbart dies meist schon im Vorfeld. „Er würde auch an der Bar bezahlen, wo es die Gäste nicht mitbekommen“, ergänzt Carolin Lüdemann. Sollte es eine andere Regelung geben, wird dies meist schon vor dem Essen kommuniziert, beispielsweise durch einen Vermerk in der Einladung.

Richtig verabschieden

Nicht jeder Gast muss aus Höflichkeit bis zum Ende der Veranstaltung bleiben. Gerade, wenn am nächsten Tag ein gewohnter Arbeitstag ansteht oder Sie Familie haben, macht es keinen schlechten Eindruck, bald nach dem Essen aufzubrechen. In einem solchen Fall können Sie aber auf Händeschütteln verzichten – besser ist es, in einem geeigneten Moment aufzustehen, sich beim Gastgeber zu bedanken und dann freundlich in die Runde blickend zu verabschieden.

Falls sich die Tischrunde nach dem Dinner bereits aufgelöst hat, wenn Sie gehen möchten, können Sie sich beim Gastgeber auch direkt bedanken und verabschieden. Es ist aber kein Fauxpas, dies auszulassen, wenn Sie ihn nicht finden können oder bei einer Unterhaltung stören würden. In so einem Fall erledigen Sie das formale Danke einfach am darauffolgenden Tag telefonisch oder per Mail.