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Leinen Leinen Leinen

Leinen

Materialien

Ehe es von Baumwolle abgelöst wurde, war Leinen führendes Material für Bekleidung aller Art. Von der speziellen Haptik, über sein exzellentes Verhalten bei Hitze, bis hin zum einzigartigen Phänomen des „Edelknitter“: Lernen Sie die jahrtausendealte Flachsfaser noch einmal völlig neu kennen.

Ehe es von Baumwolle abgelöst wurde, war Leinen führendes Material für Bekleidung aller Art. Von der speziellen Haptik, über sein exzellentes Verhalten bei Hitze, bis hin zum einzigartigen Phänomen des „Edelknitter“: Lernen Sie die jahrtausendealte Flachsfaser noch einmal völlig neu kennen.

Feld mit Flachs

Vom Flachs zum Leinen

Leinen ist ein Material, das aus den Fasern des Flachs hergestellt wird. Bis zur Eroberung des Textilmarktes durch Baumwolle war Leinen der verbreitetste unter den Bekleidungsstoffen, heute macht sein Anteil weltweit nur noch etwa 2% aus. Langfaserflachs, welcher vorrangig in der Textilindustrie zum Einsatz kommt, wächst vor allem in Europa. Für die Gewinnung wird die Pflanze getrocknet, der Bast vom Stengel getrennt und der Flachsbast anschließend gesponnen. Eine Leinenstoffbahn wird meist in Leinwandbindung aus Flachsfasern gewebt.

Der klassische Sommerstoff

Auch wenn Neuschöpfungen wie die alternativen botanischen Fasern Lyocell und Modal der Flachsfaser Konkurrenz machen, bleibt Leinen für viele der altbewährte und klassische Sommerstoff. Sein kühler Griff und seine besonders hohe Luftdurchlässigkeit, die die Haut bei jeder Temperatur atmen lässt, in den Abendstunden aber dennoch ausreichend Wärme spendet, haben der Leinenbekleidung Rang und Namen im Bereich der Sommer- und Urlaubsmode eingeräumt.

Aber auch im Büro überzeugen locker fallende Leinenkleider und -blusen, weil sie zugleich luftig und kompakt sind, sowie sich durch ein hochwertiges Gesamtbild auszeichnen.

Edle Knitterfalten

Leinen ist sehr stabil, aber kaum dehnbar. Aus dem Grund sitzt Kleidung aus Leinen auch so gut wie nie hauteng, sondern betont körperfern und leger – Spielraum ist definitiv erwünscht. Diese geringe Elastizität sorgt dafür, dass das Material gern verknittert. Während Knitterfältchen aus den meisten anderen Kleidungsstücken aber energisch ausgebügelt werden, werden beim Tragen entstandene Falten in Leinenkleidung sogar Edelknitter genannt und sind kein Grund zur Besorgnis.
Speziell die Knitterfalten im Rücken- und Armbereich, die sich etwa bei Leinenblazern schnell bilden, runden die Optik des Textils zusätzlich ab. Wer Edelknitter dennoch vermeiden möchte, kann zu einem Mischgewebe aus Leinen mit Baumwolle oder Modal greifen. Leinenfasern sind dicht und schließen wenig Luft ein, weshalb das Gewebe von Natur aus staub- und schmutzabweisend, antistatisch und kaum bakterienanfällig ist. Somit schätzen auch Allergiker Bekleidung aus Leinen für alle Schichten.

Auf das Mischverhätnis kommt es an

Bei Leinen wird zwischen Reinleinen und Halbleinen unterschieden. Je höher der Leinen-Anteil im Gewebe, desto fester und knitteranfälliger, aber auch desto edler und wertiger ist das Kleidungsstück. Halbleinen besteht aus zumindest 40% Leinen, gemischt mit Baumwolle. Nur Rohleinen ist ungebleicht und erkennbar an der beige-bräunlichen Naturfärbung. Alle anderen Leinenstoffe werden auf ein Grundweiß gebleicht und wahlweise so belassen oder anschließend gefärbt. Wegen der tief in der Faser sitzenden Pflanzenfarbe behält auch gefärbtes Leinen immer eine trübe Charakteristik, die seinen speziellen natürlichen Charme mitbestimmt.
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Vor- und Nachteile von Leinen

Als Sommerfaser hat das Flachs-Gewebe flächendeckend überzeugt, und aufgrund seiner ökologischen, hautsanften und natürlich hygienischen Beschaffenheit ist Leinen ideal für Allergiker.

Vorteile:
  • kühlend und angenehm zu tragen
  • sehr robust und reißfest
  • natürlich antibakteriell, staub- und schmutzresistent
  • sehr gut geeignet für Allergiker
  • ökologischer Anbau
Nachteile:
  • scheuer- und reibungsempfindlich
  • nicht elastisch
  • sehr knitteranfällig

Die richtigen Leinen Pflege

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Die richtigen Leinen Pflege

  • Leinen ist zwar kochfest, kann bei Maschinenwäsche aber seine Form verlieren. Blazer oder andere empfindliche Kleidungsstücke geben Sie sicherheitshalber besser in die Reinigung. Gefärbtes Leinen sollte nicht heißer als mit 60° gewaschen werden, pflegeleicht ausgerüstetes Leinen, Halbleinen oder Mischgewebe nicht heißer als mit 40°.
  • Da Leinen scheuer- und abriebempfindlich ist, sollten Leinentextilien möglichst alleine und nur im Schonwaschgang (reduziertes Schleudern) oder von Hand gewaschen werden. Verzichten Sie auch auf intensives Schrubben und reinigen Sie die Kleidung nur durch Stauchen und Drücken.
  • Beim Bügeln verträgt es auch hohe Temperaturen, allerdings keine trockene Hitze: Das Leinen sollte beim Bügeln also noch leicht feucht sein. Um Glanzstellen zu vermeiden, bügeln Sie Leinen auf links.
  • Für Wäschetrockner ist Leinen nicht geeignet – idealerweise trocknen Sie das Material an einem Ort mit erhöhter Luftfeuchtigkeit (z.B. Waschkeller, Badezimmer), wo sich Fältchen sanft aushängen.
  • Leinen reagiert empfindlich auf Bleiche und sollte daher nicht nach dem Kauf selbständig gebleicht oder gefärbt werden. Die Faser verliert dadurch an Volumen und kann dünn und brüchig werden.

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