Materialien

Polyester

Seine außerordentlich formstabilen und pflegeleichten Eigenschaften haben Polyester zu einer der inzwischen gängigsten Fasern im Bekleidungssegment gemacht. Von Bademode bis zu bügelfreien Shirtblusen werden zahlreiche Basics aus der Kunstfaser hergestellt.

Basic Facts über Polyester

Polyester ist eine synthetische Faser, die aufgrund ihrer unkomplizierten Beschaffenheit zu einem der inzwischen beliebtesten Bekleidungsstoffe verarbeitet wird. Ob isoliert oder durchmischt mit anderen Fasern kommt das Gewebe aus chemischen Esther-Verbindungen inzwischen in fast allen Bekleidungssortimenten zum Einsatz. Da seine Faserstruktur dreimal so fein ist wie die von Seide, zählt Polyester zu den Mikrofasern. Seine extrem kleinen Poren machen Polyester sehr dicht und dadurch abweisend gegenüber Schmutz oder Wasser – ein Grund, warum es vor allem für Bademode und Outdoorbekleidung zum Einsatz kommt. Nachteilig wirkt sich diese Eigenschaft wiederum aus, wenn die Kleidung atmungsaktiv sein soll.

Anspruchslose Allround-Faser

Polyester ist deutlich anspruchsloser in der Pflege als beispielsweise Baumwolle. Da sie kaum Feuchtigkeit absorbiert, trocknet die Faser zügig an der Luft wie im Wäschetrockner, ihre Formbeständigkeit sorgt dafür, dass Kleidung weder einläuft, noch sich ausdehnt. Die meisten Blusen oder Shirts aus Polyester sind auch bügelfrei und knitterfest, und können nach wenigen Stunden lufttrocknen über einem Bügel schon wieder in den Schrank gehängt werden.

Wenn Sie empfindliche Haut haben oder in der Vergangenheit allergisch auf Kunstfasern reagiert haben, sollten Sie auch bei Polyester aufpassen. Da die Faser so umgänglich ist, wird sie häufig chemisch gefärbt – was einerseits positiv zu bemerken ist, da Polyester-Bekleidung sehr lange farbecht bleibt und wesentlich langsamer verblasst als Textilien aus gefärbter Wolle. Andererseits kann es aber zu allergischen Hautreaktionen kommen. In solchen Fällen ist es besser, Polyester nicht als unterste Schicht auf der Haut zu tragen – bei Sweatshirts oder Winterjacken ist diese Wirkung tendenziell zu vernachlässigen.

Gewebe-Reinheit und Ausrüstung

Von einem klassischen Polyester-Mischgewebe spricht man, wenn 55% Polyester mit 45% Baumwolle vereint werden. Die Beisetzung von Schurwolle oder Baumwolle ist ein häufig eingesetztes Mittel, um Polyesterkleidung atmungsaktiver zu machen.

Für Sportmode oder Unterwäsche ist reines Polyester wenig geeignet, da es aufgrund seiner dichten Gewebestruktur nicht atmungsaktiv ist. Dafür überzeugen seine isolierenden Eigenschaften umso mehr: Denn wo keine Luft eindringen kann, wird auch Wärme besser konserviert. Aus diesem Grund wird das Innenfutter von Wintermänteln oder Parkas oft aus Polyester gearbeitet. Grundsätzlich können Sie bedenkenlos zu reiner Polyester-Kleidung greifen, wenn Sie nicht ins Schwitzen kommen – beispielsweise bei Winter-Oberbekleidung. Für den Wintersport sollte es lieber ein durchlässiges Mischgewebe sein.

UV-Schutz und Hydrophobierung

Weitere Vorteile von Polyester sind die vielseitigen Ausrüstungs-Möglichkeiten für das Material selbst. So kann die Faser mit UV-Schutz angereichert werden, der vor allem bei Bademode und Sportbekleidung immer häufiger nachgefragt wird.

Auch Hydrophobierung, ein Prozess, in dem das Textil mittels Paraffinen, Wachs oder verschiedenen Salzen wasserabweisend gemacht wird, wertet Polyesterbekleidung zweckmäßig auf. Hier sollte allerdings auf die Art der Imprägnierung geachtet werden, da manche Verfahren die Umwelt stark belasten und auch reizend auf die Haut wirken können.

Polyester Vorteile und Nachteile: Gelbes Polyester Top im Wind

Vor- und Nachteile von Polyester

Polyester als Funktions-Faser ist unkompliziert, beständig und pflegeleicht, für empfindliche Hauttypen oder heißes Wetter ist das Gewebe aber nur bedingt geeignet.

Vorteile:

  • günstig und pflegeleicht
  • sehr wetter- und formbeständig → kein Knittern
  • kaum Ausdehnen, Abscheuern oder Verblassen
  • meist bügelfrei
  • äußerst geringe Wasseraufnahme
  • sehr leichte, feine Fasern

Nachteile:

  • schlechte Atmungsaktivität
  • potenziell hautreizend
Polyester Pflege: Waschlabel im Close-up

Pflege-Tipps

  • Polyester ist bei 40 bis 60° waschbar und kann, wenn nicht anders im Etikett vermerkt, problemlos sowohl im Feinwäsche- als auch im Pflegeleicht-Programm gewaschen werden.
  • Farbähnliches Waschen wird besonders bei neu gekauften Kleidungsstücken empfohlen, Polyester-Textilien färben jedoch kaum ab.
  • Grundsätzlich ist Polyester bügelfrei – Lufttrocknen auf einem Bügel oder Wäscheständer ist ausreichend. Blusen aus Polyester-Baumwoll-Mischgewebe sollten aber häufig trotzdem gebügelt werden, und zwar bei einer Kunstfaser-freundlichen maximal mittleren Temperatur.
  • Da Polyester-Kleidungsstücke aufgrund ihrer hohen Elastizität kaum knittern, eignen sie sich gut für Transport und unterwegs.
Eigenschaften und Pflege von Polyester -Close-up von Polyester Stoffen

Material

Aus der künstlichen Polyesterfaser werden verschiedene Gewebe erzeugt. Darunter finden sich nicht nur wetterfeste Funktionsstoffe: Aufgrund seiner Feinheit und Leichtigkeit wird Polyester auch gerne zur Erzeugung von semi-transparenten, weich fließenden Materialien eingesetzt.

Chiffon

Obwohl Chiffon traditionell aus Naturseide gewebt wird, gibt es inzwischen auch Polyester-Chiffon. Dieser ist optisch kaum zu unterscheiden, allerdings gibt es Beschränkungen bei Färbe-Möglichkeiten.

Lurex

Bei der Herstellung von Lurex wird Polyestergarn mit Aluminium bedampft, wodurch seine glitzernde Optik entsteht.

Satin

Durch eine spezielle Webbindung, die „Atlasbindung“, entsteht Satin, welcher aufgrund seiner glatten, kühlen und fließenden Oberfläche besonders bei eleganten Blusen, Kleidern, aber auch Bettwäsche beliebt ist. Satin kann nicht nur aus Polyester-, sondern auch aus Seiden- oder Viskosefasern hergestellt werden.