Frida Kahlo mit Olmekischer Figur, 1939 © Nickolas Muray Photo Archives

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mode als kunst des seins

Sie bemalte ihre orthopädischen Korsetts zu einzigartigen Kunstwerken. Frida Kahlo, die mexikanische Kunst-Ikone des 20. Jahrhunderts, sah ihr körperlich stützendes Equipment eher als schmückendes Mode-Statement denn als medizinische Notwendigkeit. Früh von Kinderlähmung und Unglück gezeichnet, war die Realität aber eine andere.

Wie sich die Künstlerin selbst inszenierte und mit ihrer körperlichen Behinderung umging, thematisiert das Victoria and Albert Museum in London. Die Ausstellung „Frida Kahlo: Making Herself Up“ zeigt bis zum 4. November 200 Exponate aus dem Besitz der Mexikanerin (1907-1954).

Persönliche Dinge, wie die Kahlo-typischen Outfits aus bestickten Blusen, leuchtenden Kleidern, Blumen-besetztem Kopfschmuck und glitzernden Halsketten sowie alten Parfumflakons oder rotem Lippenstift, hielt Ehemann und Maler Diego Rivera, den die Künstlerin gleich zweimal heiratete, mehr als 50 Jahre unter Verschluss.

Im V&A Museum finden diese verwahrten Schätze nun „das erste Mal außerhalb von Mexico statt“, erzählt Ana Baez Ruiz eine der drei Kuratorinnen der Ausstellung. „Hinzu kommt das Nebeneinander der Objekte: hier die Privat- und Intimsphäre der Kahlo, dort ihre Bilder und dekorativen Arbeiten. Beides tritt in einen Dialog miteinander, und gerade der eröffnet einen frischen Zugang zur Künstlerin.“

Frida Kahlo in blauer Satinbluse, 1939 © Nickolas Muray Photo Archives
Beinprothese im Lederstiefel mit Drachenmotiv. Fotograf Javier Hinojosa. Museo Frida Kahlo. © Diego Riviera and Frida Kahlo Archives
Frida on the bench, 1939 © Nickolas Muray Photo Archives
Schmuckstück getragen von Frida Kahlo made by Matilde Poulat, 1950, Museo Frida Kahlo. Photograph Javier Hinojosa. © Diego Riviera and Frida Kahlo Archives
Frida Kahlo, 1926, Museo Frida Kahlo © Diego Riviera and Frida Kahlo Archives
Selbstbildnis Frida Kahlo © Diego Riviera and Frida Kahlo Archives
Rouge und Lippenstift von Revlon, vor 1954. Fotograf Javier Hinojosa © Diego Riviera and Frida Kahlo Archives
Baumwoll-Mantel aus Guatemala, Museo Frida Kahlo © Diego Rivera and Frida Kahlo Archives

Kahlo ließ es niemals zu, über ihre Behinderung definiert zu werden, sondern überwand und nutzte sie bei ihrer eigenen Suche nach Identität, heißt es dazu. Und so fokussiert die Ausstellung ihren Umgang mit dem kontinuierlichen körperlichen Schmerz: Als Sechsjährige erkrankte die Mexikanerin an Kinderlähmung und erfuhr mit 18 Jahren einen schweren Autounfall. Mehr als 30 Operationen musste die junge Kahlo über sich ergehen lassen und war danach jahrelang gezwungen Korsetts aus Stahl, Gips und Leder zu tragen.

Diese verzierte sie mit Hilfe von Spiegeln zu echten Kunstwerken: Ein Exemplar aus Gips dekorierte sie mit Sichel und Hammer und sparte um den Bauchnabel ein Loch aus, wohl als Hinweis auf die körperlich bedingten Fehlgeburten, die sie zudem erleiden musste. Auch ihre rechte Beinprothese, wandelte sie in einen femininen, roten Lackstiefel.

Wozu brauche ich Füße, wenn ich Flügel habe?

Halt und neuen Lebensmut fand sie also in der Kunst und Malerei. „Ich bin nicht krank, ich bin gebrochen“, schrieb sie kurz vor ihrem Tod im Alter von 47 Jahren. „Aber ich bin glücklich, solange ich malen kann.“

Dabei war Kahlo ihr äußeres Erscheinungsbild immer wichtig: Folkloristische Blusen, opulente Röcke und extravaganter Haarschmuck – Der Stil der Malerin war unverkennbar und inspiriert noch heute die Designer – in nahezu jeder Saison finden sich Ethno-Looks à la Frida Kahlo wieder. Für die Künstlerin stellte die Mode ein weiteres Ausdrucksmittel ihrer Gefühle dar. „Sie fand Kraft und Stärke in ihrer Kunst und in ihrer Erscheinung“, heißt es in der Ausstellung dazu.

Ob als Stilikone, Feministin, Revolutionärin und vor allem als Vorreiterin: Das Andenken an die starke, selbstbewusste Frida Kahlo ist ein viel reiches.

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