Die magischen Drei: Denis Feix lässt Ringelbeete auf Granny Smith und Austernblatt treffen © Daniela Feix
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männer, die mit sternen kochen

Bei all seinen Gerichten konzentriert sich Denis Feix auf das Wesentliche. Meist sind es nur drei Ingredienzien, die auf seinem Teller erschmeckbar sind. Warum dem so ist, kann der gebürtige Sauerländer selbst am besten erklären:

Denis Feix ist seit Januar 2017 Küchenchef der Zirbelstube im Althoff Hotel am Schlossgarten in Stuttgart © Daniela Feix

„Mit diesen drei Zutaten will ich durch unterschiedliche Texturen und Konsistenzen Spannung erzeugen. Mein Ziel ist es, jedes Gericht mit komplexen Aromen wie Säure, Süße, Umami, Schärfe und unterschiedlichen Texturen sowie Temperaturen zu kreieren.

Was zählt, ist der Geschmack. Man kann durch unterschiedliche Gartechniken und Konsistenzen ein Produkt ganz unterschiedlich geschmacklich verarbeiten. Gerade diese Kontraste sollten im besten Fall auf einem Teller eine Harmonie bilden“.

Ein kurzer Blick auf seinen Werdegang: In seinen Lehrjahren hatte Denis Feix die Möglichkeit, bei Dieter Müller im Schlosshotel Lerbach zu lernen und zu arbeiten. Anschließend erweiterte er sein Können bei Joachim Wissler. „Geprägt von all meinen Chefs zog es mich 2006 ins niederbayrische Bad Griesbach, um dort das Erlernte mit meinem eigenen Stil zu verwirklichen“, erzählt der 42-jährige Sternekoch.

Konkret bedeutet das, er fing im Restaurant „Il Giradino“ als Küchenchef an und feierte schnell große Erfolge. 2007 erkochte er den ersten Michelin-Stern, sechs Jahre später folgte der zweite. Und so wurde das 2-Sterne-Restaurant mit Denis Feix zu einer festen Größe in Deutschlands Top-Gastronomie.

Unterstützt wurde er dabei von seiner Frau Kathrin, die sich als Sommelière und Restaurantleiterin einen Namen machte und 2016 vom Restaurantführer Gault & Millau zur Oberkellnerin des Jahres gewählt wurde.

Im Januar 2017 zog Denis Feix mit seiner Frau nach Stuttgart und übernahm dort das Gourmetrestaurant Zirbelstube im Althoff Hotel am Schlossgarten.

Die Natur und die Jahreszeiten sind meine Vorbilder.

Wann haben Sie festgestellt, dass Kochen Sie fasziniert?

Meine Freude zum Kochen habe ich schon in den Kinderschuhen entdeckt. Das war während eines Nordsee-Urlaubs mit meinen Eltern und Geschwistern. Freunde meiner Eltern haben dort ein kleines Hotel betrieben und so durfte ich dort oft in der Küche verweilen. Die Betriebsamkeit und die Abläufe in der Küche faszinierten mich. Ab und an durfte ich sogar mithelfen. Und so war für mich relativ früh klar – da muss ich ungefähr zwölf Jahre alt gewesen sein – dass ich die Ausbildung zum Koch machen möchte.

Wer ist/ war Ihr berufliches Vorbild?

Das kann man nicht einfach beantworten. Bei allen meinen Stationen habe ich viel gelernt. Bei Kochlegende Dieter Müller habe ich gerne gearbeitet und viel Neues kennengelernt. Aber auch Joachim Wissler, Christian Bau sind herausragende Persönlichkeiten mit einer eigenen Handschrift. Bei Berthold Bühler und Thomas Bühner konnte ich eigene Ideen verwirklichen. Sie haben mir viel Freiraum gegeben. Das hat mich ebenfalls sehr geprägt.

Was ist für Sie wichtiger beim Kochen, das Kreative, die Kunst oder mehr das Handwerk?

Ohne eine grundsolide Ausbildung, ist es schwierig ein Handwerk auszuüben. Egal ob Maler, Dachdecker, Schreiner oder Koch, das Erlernen des Handwerks ist wichtig. Eine gute Portion Talent, Kreativität und den Mut, etwas anders zu machen, kommt gleich danach! Daraus entwickelt sich dann die eigene Handschrift eines Spitzenkochs.

Bei welchem Gericht kommen Sie kulinarisch zu Hause an?

Königsberger Klopse – meine Frau ist Berlinerin und liebt dieses Gericht abgöttisch!

Besuchen Sie auch andere Sterneküchen?

Auf jeden Fall. Andere Küchen und Länder zu erleben, bzw. in die Kochtöpfe der Welt zu schauen, empfinde ich immer als ungemein spannend.

Ihre letzte gastronomische Herausforderung?

Das war die Breuninger Veranstaltung „Fashion × Food“ mit knapp 1000! Gästen. Sie fand Ende April im Stuttgarter Department-Store statt. Mit über 20 Genuss-Stationen verwandelte Breuninger seine Abteilung Wohnen in eine einzigartige Genuss-Oase.

Was ist Ihr persönliches Seelenessen?

Pfannkuchen von meiner Mutter.

Vervollständigen Sie bitte den Satz: Mein Lieblings-Handwerksgerät ist …
…mein Japanisches Messer.

Wie lautet Ihr Lebensmotto?
Lebe immer First Class, sonst tun es deine Erben.

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Kunstvoll: Wildlachs mit Pfifferlingen und Iyokan, ein Gericht von Denis Feix © Daniela Feix

Gourmetkunst à la Denis Feix: Jakobsmuschel, Wirsing und Verjus © Daniela Feix