Nahaufnahme der Grand Prismatic Spring: Die farbenfrohe Thermalquelle zählt zweifellos zu den Highlights im Yellowstone-Nationalpark, Wyoming/USA © Adobe Stock
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wie sie die welt noch nicht gesehen haben

Pinkfarbene Seen, Berge, die an Gemälde von Ernst Ludwig Kirchner oder Paul Gauguin erinnern und eine Thermalquelle in leuchtenden Regenbogenfarben:

Die Natur hat zahlreiche Orte erschaffen, die so atemberaubend schön sind, dass man sie geradewegs für eine Filmkulisse halten könnte. Wir zeigen die sehenswertesten Landschaften, die beweisen: Die Natur ist der beste Maler. Viel Spaß beim Entdecken und Staunen.

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Ein geologisches Phänomen hat den unscheinbaren Hügel im Nordwesten Argentiniens in den siebenfarbigen Berg Cerro de los Siete Colores verwandelt © Adobe Stock

Die Farbschattierungen des Cerro de los Siete Colores entstehen durch die hohe Konzentration unterschiedlicher Mineralien in den Gesteinen
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Das spektakuläre Aussichtsplateau Horseshoe Bend in der Glen Canyon National Recreation Area (Arizona) gehört zu den eindrucksvollsten Formationen des Südwestens, durch die sich der Colorado River seinen Weg sucht © Adobe Stock

Wie auf einem anderen Planeten: Beim Skazka Canyon ist der Name Programm. Skazka ist Kirgisisch und bedeutet Märchen © Adobe Stock

Ein im Südwesten von Mauritius gelegener Ort mit Naturschönheiten: Chamarel ist für Zuckerrohrfelder und seine 7-farbige-Erde bekannt
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Was Purmamarca im Nordwesten Argentiniens, der Grand-Canyon-Nationalpark in Arizona und Chamarel, ein Dorf im Südwesten von Mauritius mit der Märchenlandschaft Skazka Canyon in Kirgisistan gemeinsam haben? Alle vier dürfen ein Feuerwerk aus Farben und Lichtspielen ihr Eigen nennen.

Der Berg Cerro de los Siete Colores fällt z. B. schon von weitem durch seine farbigen Muster in Weiß, Rosa, Grün bis hin zu einem fast ans Schwarz grenzende Dunkelrot auf. Auf die Frage, warum der Berg siebenfarbig ist, erzählen die Einwohner von Purmamarca am liebsten eine indianische Legende. Fakt aber ist – und das ist auch bei der siebenfarbigen Erde in Chamarel der Fall, dass die hohe Konzentration unterschiedlicher Mineralien in den Gesteinen dafür verantwortlich ist.

Ein kurzer Blick in die Erdgeschichte: Das nur sporadisch vorhandene Grün ist am ältesten. Es ist vor etwa 600 Millionen Jahren durch Einlagerungen von Kupferoxiden und Phylliten entstanden. Das Weiß wiederum stammt aus Kalkablagerungen. Die diversen Rottöne kommen durch Eisenverbindungen zustande und das Gelb rührt von Schwefeleinlagerungen her, die vor 80 bis 90 Millionen Jahren entstanden sind.

Zwei andere atemberaubende Naturwunder: Der Grand Canyon in Arizona, eine 446 kilometerlange, natürliche Felsformation, deren rote Gesteinsschichten einen Abriss zur geologischen Geschichte der letzten Jahrmillionen geben. Und der am Südufer des kirgisischen Bergsees Issyk Kul gelegene Skazka Canyon, auch „Fairytale Canyon“ genannt. Charakteristisch für ihn sind bizarre Formationen aus rotem Sandstein.

Erinnert an das amerikanische Colorado: die Ockerfelder in Roussillon

Bis 1930 war das südfranzösische Dorf Roussillon am Fuße des Lubéron-Massivs, das Zentrum des Ockerabbaus. Heute können Touristen auf dem museumsartigen Gelände Öfen, Mühlen sowie einen Färbe-Garten entdecken © Adobe Stock

Bunt, bizarr und wunderschön

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Spektakuläre Luftansicht: Die sich ständig verändernden Gletscherflüsse an der Südküste Islands lassen den Inselstaat immer wieder anders aussehen © Adobe Stock

Pro Minute strömen durchschnittlich 2000 Liter Wasser aus der Quelle. Die Grand Prismatic Spring ist die farbenprächtigste und eine der heißesten Quellen im Yellowstone Nationalpark im US-Bundesstaat Wyoming © Adobe Stock

Skeiðarársandur und Mýrdalssandur

Schillernd wie Quecksilber, grell wie Neonlicht: Die Schlangenlinien im Geröll (Foto oben) sind ein Kunstwerk der Natur. Was die genaue Ursache dafür ist? Im Süden Islands bahnen sich sogenannte Sanderflüsse in leuchtenden Farben ihren Weg durch schwarze Schotterfelder.

„Die rötliche Farbe stammt vom Eisenoxid, das Gelb wird aus dem sauren Moorboden gelöst und das Blau stammt aus den Gletscherflüssen“, erklärt der Obersulmer Fotograf Roland Schweizer, der seit über 20 Jahren regelmäßig auf den Inselstaat im Nordatlantik zum Fotografieren reist.

Neben dem Farbspektakel und dem magischen Licht, fasziniert es ihn am meisten, dass die Natur Islands in einem permanenten Schöpfungsprozess ist. „Die Farben der Sanderflüsse kommen übrigens am besten bei leicht bewölktem Himmel heraus“, so ein Tipp des Profis.

Grand Prismatic Spring

Mit einem Becken, das etwas größer als ein normales Fußballfeld ist, ist die regenbogenfarbene Thermalquelle im Yellowstone National Park, die größte in Amerika und drittgrößte Quelle dieser Art auf Erden. Wie die außergewöhnliche Färbung dieses Naturwunders zustande kommt, ist schnell erklärt: Im Biofilm an den Randbereichen der mineralienreichen Thermalquelle sind einzellige Mikroorganismen eingebettet.

Angepasst an die jeweilige Wassertemperatur und je nach ihrem Gehalt an den natürlichen Farbstoffen Chlorophyll und Carotinoiden, sind diese grün oder rot gefärbt. Im Sommer tendiert der Biofilm mehr zu Orange und Rot, wohingegen im Winter eher ein dunkles Grün vorherrscht. Die Mitte der Grand Prismatic Spring Quelle ist immer blau. Das liegt daran, dass das Wasser 49 Meter tief und frei von Mikroorganismen ist.

Endstation Paradies: das Great Blue Hole in Belize

Sie misst über 300 Meter im Durchmesser und gehört mittlerweile zum UNESCO Weltnaturerbe: die unterseeische Sinkhöhle Great Blue Hole vor der Küste des zentralamerikanischen Staates Belize © Adobe Stock

Bizarre Sandstein-Formationen und farbenfrohe Berge

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Zwischen skulpturartigen Bergmassiven und Sand: Die geschützte Wüstenwildnis Wadi Rum im südlichen Jordanien dient nicht nur als Kulisse zahlreicher Filme, es beherbergt auch seit 12.000 Jahren nomadische Kulturen © Adobe Stock

Bei weitem nicht so groß wie die berühmte Schwester in den USA. Doch in puncto Schönheit steht der Waimea Canyon auf Kaua’i dem Grand Canyon in Arizona in nichts nach © Adobe Stock

Wurde erst vor 18 Jahren zum National Monument ernannt: Die südlich von Utah gelegene Wildnis der Paria Canyon Vermilion Cliffs Wilderness mit ihrer berühmten Sandsteinwelle The Wave © Adobe Stock

„Die größte Sehenswürdigkeit, die es gibt, ist die Welt – sieh sie dir an“. Das Zitat von Kurt Tucholsky hat bis heute nichts von seiner Gültigkeit verloren. Ein Stück Erde, das sich seinen Charakter und seine natürliche Anmut über all die Jahrtausende bewahren konnte, ist das in Jordanien vor 30 Millionen Jahre entstandene Wadi Rum. Aber auch der Canyon Waimea auf der Südwestseite von Kaua’i und die Sandsteinwelle The Wave nahe der Arizona-Utah-Grenze sind eindrucksvolle Landschaften.

Sie ist ein Drama aus Stein, Sand, Licht und Zeit: Jordaniens 740 km2 großes Wadi Rum. Wer durch die Fels- und Sandwüste wandert, wird von Höhenmeter zu Höhenmeter belohnt. Grund: Der Ausblick wird spektakulärer, beeindruckender und faszinierender. Soweit das Auge reicht sind in der gigantisch großen Wüste, die über Jahrtausende vom Wind geformt wurde, skulpturartige Bergkegel und riesige Steinfelsen zu sehen. An einem Felsrand stehen sogar noch die Mauerreste von Lawrence von Arabiens Haus. Der britischer Offizier, Archäologe und Geheimagent lebte hier Anfang des 20. Jahrhunderts, während des Aufstands der Araber.

Dass auch Hollywood die Landschaft aus roten Klippen, und endlosen Tälerreihen schätzt, sieht man an den zahlreichen Unterhaltungsfilme, die im Wadi Rum gedreht wurden. Dazu gehören das bildmächtige Wüstenepos „Lawrence von Arabien“ und die beiden US-amerikanischen Science-Fiction-Filme „Red Planet“ und „Der Marsianer – Rettet Mark Watney“.

Als Marc Twain 1866 für vier Monate auf Hawaii lebte, gab er ihm den Beinamen „Grand Canyon des Pazifiks“. Damit gemeint: der Waimea Canyon auf Kaua’i. Auch wenn er weder so groß, noch so alt wie sein Pendant in Arizona ist, zählt der 16 Kilometer lange Canyon, der bis zu 900 Meter tief ist, zweifellos zu den Naturhighlights auf Hawaii. Von den Aussichtspunkten hat man einen kilometerweiten Blick auf Bergspitzen, zerklüftete Klippen und tiefe Felsschluchten. Unser Tipp: Besonders eindrucksvoll sind die Lichtverhältnisse früh morgens und am späten Nachmittag, wenn alles in Rot, Gold, Grau und Grün erstrahlt.

Die wellenförmige Steinlandschaft mit den Namen The Wave ist bis zu 200 Millionen Jahre alt. Ihr Gestein hat sich durch Erosionen im Laufe der Zeit immer mehr abgetragen, sodass verschiedene Schichten sichtbar wurden. Das Interesse an dem außergewöhnlichen Schauspiel ist so groß, dass es jeden Tag nur 20 Personen erlaubt ist, die Welle zu erkunden. Um die Natur zu schützen, entscheidet das Los, wer dabei sein darf.

Wie in einer anderen Welt: Seen und Landschaften aus Salz

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Die Pink Hutt Lagoon ist die Hauptattraktion in der australischen Kleinstadt Port Gregory © Adobe Stock

Die Atacama-Wüste in Chile hat einiges zu bieten. Recht eindrucksvoll sind die schneeweißen Salzseen, die an manchen Stellen von türkisblauen Lagunen unterbrochen werden © Adobe Stock

Er ist zwar nicht der Größte der Welt, dafür zählt die Gegend um den rosa Salzsee von Torrevieja zu den klimatisch gesündesten Europas
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Pinkfarbene Salzseen auf der ganzen Welt

Weltweit sind mindestens acht größere Gewässer bekannt: Dazu gehören der Retba-See im Senegal, der Masazirgol-See nahe Baku und der Salinas de Torrevieja, der gerne als Valencias rosafarbenes Juwel bezeichnet wird. Was die drei gemeinsam haben? Sie haben eine ungewöhnliche Wasserfärbung. Grund hierfür ist die Meeresalge Dunaliella salina, die während ihrer Blütezeit den Farbstoff Beta Karotin freisetzt und so das Wasser rosa färbt.

Unbestrittener Spitzenreiter unter den Kontinenten – was die Zahl der pinken Gewässer angeht – ist übrigens Australien. Hier findet man u.a. die flache Lagune Pink Hutt Lagoon und der 1802 entdeckte Lake Hillier in Westaustralien.

Einmalig an diesem 600 Meter langen Salzsee ist, dass er im Gegensatz zu den anderen Seen dauerhaft – also unabhängig von Wetterbedingungen, Lichtverhältnissen und Jahreszeit – pink ist. Das Phänomen kann allerdings nur von oben bestaunt werden, da diese Insel aus Naturschutzgründen, wie alle anderen 103 Inseln dieser Inselgruppe (abgesehen von Woody Island), nicht betreten werden darf.

Die Diamond Lagoon in Atacama

Auch wenn sie als die trockenste Wüste der Welt gilt – im Durchschnitt regnet es hier zwei- bis viermal pro Jahrhundert(!) – steht die 15 Millionen Jahre alte Atacama (Salz)Wüste im Norden Chiles, auf der Must-See-Liste vieler Südamerika-Reisender. Was ihre Faszination ausmacht?

Zum einen ist es sicherlich die gigantische Größe, sie erstreckt sich auf 1200 Kilometern, vom Pazifischen Ozean bis zur Gebirgskette der Anden. Zum anderen liegt es an der Natur, die sich von einer spektakulären Seite zeigt.

Man denke z. B. an die überwältigenden Sternenbilder am Himmel, an die vor Farbe strotzenden Sonnenauf- und untergänge, an die wunderschönen Salzformationen, die an eine Mondlandschaft erinnern und an die schönen Lagunen. Ein Highlight z. B. ist die Diamond Lagoon, die von dem 5000 Meter hohen Vulkan Licancabur, der die Grenze zwischen Chile und Bolivien bildet, eingerahmt ist. Das Wasser der Lagune ist so salzig, dass man wie im Toten Meer oben schwimmt.

Der größte Salzsee der Welt ist übrigens der Salar de Uyuni in Bolivien. Mit einer perfekten Mischung als Salz- und Mineraliengehalt beherbergen die Gewässer des Salar insgesamt rund 60.000 Flamingos.

Wer wünscht sich das nicht? Einmal im Leben die Polarlichter sehen

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Atemberaubendes Szenario in Island: Das Polarlicht, auch bekannt als Aurora borealis und Aurora australis. © Adobe Stock

Das Polarlicht ist eine Leuchterscheinung, die entsteht, wenn elektrisch geladene Teilchen durch Sonnenwind auf unsere Erdatmosphäre treffen und zum Leuchten angeregt werden © Adobe Stock

Über oder unter dem Wasser: Weitere Orte, die zum Tagträumen einladen

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Umschlossen von meterhohen Felsen: Die Navagio Beach auf der ionischen Insel Zakynthos ist ein echter Traum. Mal funkelt das Meer wie ein kostbarer Lapislazuli, an der nächsten Stelle wie ein Aquamarin © Adobe Stock

Das Blau des Himmels und des Wassers und die Costa Verde: Die Küstenlandschaft der nordspanischen Region Asturien, ist eine perfekte Verbindung zwischen Kulturerbe und Naturschönheit © Adobe Stock

Faszinierende Naturschönheit: El Nido ist eine kleine Gemeinde auf der Insel Palawan und gehört zu den 7000 paradiesischen Inseln der Philippinen © Adobe Stock

Nächster Halt: Koh Lanta. Insgesamt zählen über 50 Inseln zu der Doppelinsel im Mu Koh Lanta Nationalpark. Was man dort findet? Unberührter Regenwald, Traumstrände und faszinierende Unterwasserwelten © Adobe Stock

Die größte Sehenswürdigkeit, die es gibt, ist die Welt.