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meisterin der dekoration

Schon im letzten Jahr hat Polly Becker unsere Schaufenster in eine märchenhafte Weihnachtswelt verwandelt. Sie erinnern sich sicherlich noch an die Eisbären- und Pinguinfamilie. Auch die Society of Illustrators in New York war von diesen filigranen Tuschezeichnungen so angetan, dass fünf davon ihren Weg ins Museum fanden.

Polly Becker bei der Arbeit in ihrem Atelier in Boston © Kent Dayton

Ihr Handwerk lernte die US-amerikanische Künstlerin an der Rhode Island School of Design, doch genau genommen ist Polly Becker ein absolutes Naturtalent. Seit 28 Jahren arbeitet sie für renommierte, internationale (Kunst-)Magazine und Zeitungen, wie den „New Yorker“, „The New York Times“ und das „Rolling Stone Magazine“.

Neben ihren grafischen Tuschezeichnungen, begeistert die Bostonerin auch mit expressiven Collagen, in denen sich gerne mal Flohmarkt-Entdeckungen wie Löffel, Plastikblumen, Münzen und Spielzeugfiguren wiederfinden lassen.

Was bedeutet Weihnachten für Sie?

Polly Becker: Damit verbinde ich zunächst alle Aspekte, die mit Design und Dekoration zu tun haben. Ich liebe es, wenn das Haus besonders schön und einladend aussieht.

Ich kann mich noch gut an folgende Situation erinnern: Mein Sohn, der damals noch sehr klein war, sagte zu mir: „Weihnachten kommt! Ich bin schon so gespannt auf all die …“ (Pause) – während ich mir sicher war, dass er nun Geschenke sagen würde – sagte er: „… Dekorationen.“

Wer ist bei Ihnen für die Dekorationen verantwortlich?

Polly Becker: Ich bin so etwas wie der Creative Director unseres Vier-Personen-Team. Aber auch mein Ehemann, ein Architekt, und meine beiden Söhne sind versiert und designaffin. Und so bringt jeder seine Ideen ein.

Ich liebe Weihnachten und Dekorationen. Deshalb sieht es bei uns auch aus, als wäre ein Sturm mit weißen Schneeflocken durch unser Haus gewirbelt.

Wie sieht die Adventszeit im Hause Becker aus?

Polly Becker: Eine unserer Weihnachtstraditionen ist, eine unglaubliche Vielzahl an farbigen, weißen und metallischen Schneeflocken aus Papier herzustellen. Diese werden zu Girlanden weiterverarbeitet.

Im Laufe der Jahre sind sie immer barocker und verschnörkelter geworden. Wir verzieren damit nicht nur den Weihnachtsbaum, sondern auch die Küche, das Esszimmer und das Wohnzimmer. Eine Wand im Hausflur könnte glatt als weißer Schneesturm durchgehen.

In den Wochen vor dem 25. Dezember sind wir daher alle damit beschäftigt, die Schneeflocken zu erstellen und zu arrangieren. Letztes Jahr hat mein ältester Sohn Nachforschungen über die tatsächliche Struktur von Schneekristallen betrieben und eine neue Faltmechanik entwickelt.

Haben Sie ein besonderes Ritual an Weihnachten?

Polly Becker: Als die Kinder noch klein waren, haben wir ihnen am Heiligabend „Der Schneider von Gloucester“ vorgelesen. Das machen wir auch heute noch.

Die Geschichte bezeichnet die Autorin Beatrix Potter selbst als ihre liebste, und einige der Illustrationen, die sie für dieses Buch gezeichnet hat, gehören von all ihren Werken zu meinen Favoriten. Gerade für Freiberufler ist es eine großartige Geschichte.

Es geht um einen Schneider, der am Heiligabend viel zu krank ist und den Hochzeitsanzug des Bürgermeisters nicht fertig nähen kann. Mäuse haben Mitleid und beenden in der Nacht die letzten Details für ihn. Am nächsten Tag wacht er auf und ist überglücklich. Es ist ein Weihnachtswunder.

Ein weiteres Ritual, das unserer Familie großen Spaß bereitet: Menschen und Gebäude aus Ingwerknollen zu kreieren (ohne Keksausstecher!) und diese mit Süßigkeiten, Früchten und Nüssen zu dekorieren. Die Ergebnisse werden vor dem Essen natürlich mit dem Fotoapparat dokumentiert.

Das Jahr geht zu Ende. Als was werden Sie 2018 in Erinnerung behalten?

Polly Becker: Es war ein Jahr das mit Sorgen und Ängsten über politische und ökologische Entwicklungen überschattet war. Auch wird mir schmerzhaft bewusst, dass manche Dinge im Lauf der Zeit schneller vergehen, wie ich es gewohnt bin. All das wurde von vielen liebevollen Momenten und glücklichen Dingen, Tag für Tag ausgeglichen, wofür ich sehr, sehr dankbar bin.

Erzählen Sie uns ein wenig vom Entstehungsprozess der diesjährigen Weihnachtsillustrationen.

Polly Becker: Trotz der Herausforderung und der anspruchsvollen Zeitplanung, gehört dieses Projekt zu meinen Highlights des Jahres 2018.
Ich liebe es, große und verzierte Zeichnungen realisieren zu können und an einer Serie von Werken arbeiten zu können. Ich freue mich sehr, dass die Kreationen so toll herausgekommen sind, und ich bin schon ganz ungeduldig, endlich das gedruckte Kinderbuch in meinen Händen halten zu können. Die Zusammenarbeit war trotz der weiten Entfernung über den Ozean hinweg sehr herzlich und kollegial.

Momentan warten viele neue Projekte auf mich, in den letzten fünf Monaten hat sich einiges angehäuft. Obwohl ich aufgeregt bin, damit loszulegen, so tut es mir auf der anderen Seite auch leid, dass ich nun einen Schlussstrich ziehen muss und ein neues Kapitel beginnt.

1/7

Aber wie kommen sie an die Sterne? Mia Maus hat eine Idee: mit Niklas´ Spielzeug-Rakete. Gesagt, getan! Die Bären zünden die Rakete.
Polly Becker für Breuninger, 2018

Geschickt fliegen sie durch den Himmel und fangen die Sterne ein.
Polly Becker für Breuninger, 2018

Der kleine Bär hat noch eine ganz besondere Idee: Geschickt bastelt er aus den hellsten Sternchen ein hübsches Mobile.
Polly Becker für Breuninger, 2018

Gemeinsam machen sich die Freunde daran, die Sterne wieder auszupacken. Mit jedem, den sie in den Himmel entlassen, wird es heller.
Polly Becker für Breuninger, 2018

Damit die Sterne auch Weihnachten feiern können, beschließen die Freunde, ihnen den Weltraum festlich zu schmücken.
Polly Becker für Breuninger, 2018

Die Perlen und Ketten funkeln mit den fröhlichen Sternen um die Wette.
Polly Becker für Breuninger, 2018

„Ein Weihnachtsbaum mit echten Sternen!“, staunt der große Bär. Etwas aber fehlt!
Mia flüstert mit den Sternchen. Kurz darauf darf der kleine Bär den größten Stern auf die Baumspitze setzen.
Polly Becker für Breuninger, 2018