fashion

streetboy

Es ist das Mode-Phänomen der Zeit: Der Hype um Influencer, Streetwear und angesagte Marken wie Off-White, Palm Angels und Heron Preston reißt nicht ab.

Warum das so ist und welche Looks die Saison prägen? Gefragt haben wir Willy Iffland, der in der hiesigen Streetwear- und Sneaker-Szene für seine Outfits und sein Styling bekannt ist und diese regelmäßig auf Instagram postet.

Was bedeutet Streetwear für dich – über Fashion und Sneaker hinaus?

Kultur. Der kulturelle Aspekt ist in dieser Szene so groß, die Community, die Menschen, die sich zusammenfinden und über Themen sprechen, die diese Topics betreffen. Das Ganze ist eine weltweite Bewegung und ich bin ein Teil davon, das ist einfach schön.

Wie hat sich die Streetwear-Szene über die Jahre entwickelt? Wie war die Szene zu Beginn deiner Karriere, welche Brands hat man getragen und wie hat sich die Szene verändert?

Schwierige Frage, zu Beginn meiner „Karriere“ habe ich viele Skate-Brands getragen, weil ich auch mal erfolglos versucht habe zu skaten. Das ging schnell über zu Basketball, genau wie mein Stil. Getragen habe ich Marken wie K1X, BSTN, Vans, Asics, New Balance und viele mehr. Früher ging es weniger darum, wer das gehypteste oder limitierteste Teil anhat, sondern um die kleinen Details. Ich selbst bin Teil dieser Entwicklung, aber ich stehe dazu und nehme den Wandel, der immer schneller wird, gerne an.

Seit wann ist Streetwear zu Luxus geworden und wie hat sich die Szene durch Off-White und Co. verändert?

Ich glaube ein genaues Datum dafür gibt es nicht, ich kann es zumindest nicht benennen. Größtenteils brachten die Rapper den High-Fashion-/Luxus-Faktor in die Szene, was den Brands wie Balenciaga, Vetements, Off-White, Gucci und Co natürlich voll in die Karten gespielt hat. Ohne großen Aufwand komplett neue Zielgruppen umsonst serviert zu bekommen, hatte wahrscheinlich kaum ein Funktionär dieser Marken auf dem Schirm. Aber das ist cool, ich mag diese Vermischung sehr, das Ganze bringt frischen Wind rein. Danke an dieser Stelle auch nochmal an Virgil Abloh, der für mich schon eine wichtige Figur auf dem Streetwear-Brett ist.

Ich glaube die Männer kaufen mir schneller was nach als eine Frau, die erst überlegt, ob sie das wirklich braucht.

Welche Brands sind upcoming in Deutschland?

Schwierig zu sagen. Ich habe mich im vergangenen Jahr zu wenig mit Brands im kleineren Sektor beschäftigt, zu meiner Schande muss ich sagen. Ich mag viele Brands, die meiner Meinung nach noch mehr Aufmerksamkeit verdient haben. JSTN macht mit Peso Clothing sehr
viel richtig, wir haben eine eigene Brand namens Le Garcon Dore am Start. Brands wie Rhude oder Represent werden glaube ich noch stärker, aber auch kleinere Brands wie z.B. Pequs haben sehr viel Potenzial.

Deine Community besteht aus jungen Männern, die sehr Mode-affin sind. Wie unterscheidet sich das Shopping-Verhalten von ihnen zu dem von jungen Frauen?

Ich glaube die Männer kaufen mir schneller was nach als eine Frau, die erst überlegt, ob sie das wirklich braucht.

Traditionelle Designhäuser kooperieren vermehrt mit Street- und Sportswearbrands. Was ist deiner Meinung nach der Hintergrund?
Ganz klar: Für die Häuser bedeutet das das gleiche, wie für alle Luxus-Brands auch: Neue Zielgruppen generieren, von daher ist der Schritt für mich absolut legitim. Und warum sollte das passieren? Die Gedankengänge sind komplett neu, komplett vermischt. Man kann sich wieder überraschen lassen. Alles sehr wichtige Faktoren für mich!

Was sind für dich die spannendsten Marken-Kooperationen in F/S 2020 im Bereich Streetwear?
An erster Stelle steht für mich die Kooperation von Dior & Stussy, die eine komplette Kollektion gemeinsam launchen werden.